Lüttich (dpa) - Eine vermeintliche Notbremse und dafür nicht einmal Gelb? Diese eine Szene ließ die Spieler und Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt nach dem Last-Minute-K.o. von Lüttich nicht mehr los.

"Eine Situation wurde vom slowenischen Referee komplett falsch gesehen für mich. Das war eine Fehlentscheidung", sagte Trainer Adi Hütter nach dem 1:2 bei Standard Lüttich. Mittelfeldspieler Sebastian Rode fügte am Donnerstagabend an: "Der Schiedsrichter hat kein gutes Spiel gemacht."

Gemeint war eine Notbremse von Kostas Laifis (69.), der trotz einer zuvor schon gesehenen Gelben Karte weiterspielen durfte. "Mit einem Spieler mehr hätten wir uns sicher leichter getan", befand Hütter. Stattdessen gab es trotz eines Treffers von Filip Kostic eine ganz späte Niederlage, nach Treffern von Zinho Vanheusden und Joker Maxime Lestienne ist das Weiterkommen der Hessen in der Europa League in großer Gefahr.

Die Eintracht und Lüttich haben je sechs Punkte nach vier Spielen, der direkte Vergleich ist nach zwei 2:1-Heimsiegen ausgeglichen. "Jetzt ist alles offen. Lüttich kann beide Spiele gewinnen. Wir aber auch", sagte Gelson Fernandes. Beide haben noch Duelle mit Favorit FC Arsenal und Außenseiter Vitoria Guimaraes vor der Brust. Hütter erklärte, die Ausgangsposition habe sich "stark verändert". Mit einem Sieg in Lüttich, den vor allem der starke Kostic direkt vor dem 1:2 frei vor dem Tor auf dem Fuß hatte, wäre das Weiterkommen schon gesichert gewesen.

So folgte auf die Tor-Party beim 5:1 gegen Meister FC Bayern die große Ernüchterung in der eisigen Kälte von Lüttich. Die wegen wiederholter Randale ausgeschlossenen Fans der Eintracht können auch in drei Wochen beim FC Arsenal nicht mithelfen, ihre Sperre gilt auch für die Partie in London. "Ich fahre dahin, um das Spiel zu gewinnen", kündigte Rode trotz allem mit Blick auf Arsenal an. Um ganz sicher in Europa zu überwintern, muss die Eintracht die beiden übrigen Gruppenspiele gewinnen.

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