Gleiwitz (dpa) - Uwe Gensheimer wusste es nicht mal. "Diese Zahl hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm", sagte der Kapitän der deutschen Handballer lachend.

Dank seiner neun Treffer beim 26:18-Sieg in der EM-Qualifikation in Polen erhöhte Gensheimer die Anzahl seiner Länderspiel-Tore auf 818 - und zog damit um ein Tor an Stefan Kretzschmar (817 Tore) vorbei. Der 32-Jährige ist nun alleiniger Vierter in der ewigen Torschützenliste des Deutschen Handballbunds. "Diesen großen Tag muss man rot im Kalender eintragen", sagte er stolz.

Der Weltklasse-Linksaußen von Paris Saint-Germain, der im Sommer zu den Rhein-Neckar Löwen zurückkehren wird, hatte doppelten Grund zur Freude. Denn er steht mit der deutschen Mannschaft dank des souveränen Erfolgs in Gleiwitz kurz vor der Qualifikation für die EM 2020 in Norwegen, Schweden und Österreich. Im Rückspiel gegen die Polen am Samstag (14.00 Uhr/ZDF) in Halle/Westfalen würde dem Team von Bundestrainer Christian Prokop bereits ein Remis reichen, um das EM-Ticket zu buchen. Darüber hinaus geht Gensheimer mit einem persönlichen Ziel in diese Partie.

Vier Tore fehlen ihm noch, um auch Ex-Nationalspieler Florian Kehrmann (822) in der DHB-Torschützenliste einzuholen. "Jetzt sage ich Flo den Kampf an", sagte Gensheimer lachend, um im nächsten Moment wieder ernst zu werden: "Diese Zahl ehrt mich unglaublich, das ist eine tolle Auszeichnung. Man muss sich ja nur mal die Namen derer anschauen, mit denen ich mich aktuell messe."

Der Erstplatzierte Frank Michael Wahl (1412) sowie Verfolger Christian Schwarzer (966) sind noch etwas weg, aber mit 32 Jahren kann Gensheimer zumindest noch die Verfolgung seines früheren Rhein-Neckar-Löwen-Mannschaftskameraden Schwarzer aufnehmen.

Am Samstag geht es für den WM-Vierten allerdings nicht vorrangig nur um Gensheimers Tore, sondern bereits ein Remis reicht, um das Ticket zur EURO 2020 zu buchen. Die deutsche Mannschaft ist nach drei von sechs Spieltagen in Gruppe 1 mit dem Optimum von 6:0 Punkten Tabellenführer, die übrigen Teams aus Israel, Polen und dem Kosovo sind mit allesamt 2:4 Zählern schon deutlich dahinter.

Die je acht Gruppensieger und Gruppenzweiten sowie die vier besten Dritten qualifizieren sich für die EM, die im Januar 2020 erstmals mit 24 Mannschaften ausgetragen wird.

Im Hinspiel am Mittwoch vor über 9000 Fans in Gleiwitz war Polen noch kein echter Prüfstein. "Wir haben unsere Pflichtaufgabe souverän gelöst, der Sieg war nie in Gefahr", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Bundestrainer Prokop freute sich über die "hundertprozentige Einstellung, die die Spieler an den Tag gelegt hatten". Denn: "Sonst hätte das Spiel nochmal richtig gefährlich werden können." Aber in der Offensive konnte sich der Coach erneut auf seinen treffsicheren Kapitän verlassen.

Die deutsche Gruppe in der EM-Qualifikation

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