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Olympische Winterspiele Slalom-Königin Shiffrin: Emotional zurück ins Rampenlicht

Nach dem Drama um Lindsey Vonn steht zum Abschluss der alpinen Skirennen in Italien noch mal deren US-Kollegin Mikaela Shiffrin im Fokus. Ihr Triumph ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert.

Von Christoph Lother, dpa 19.02.2026, 04:23
Zurück ganz oben: Mikaela Shiffrin bejubelt ihr insgesamt drittes Olympia-Gold.
Zurück ganz oben: Mikaela Shiffrin bejubelt ihr insgesamt drittes Olympia-Gold. Michael Kappeler/dpa

Cortina d'Ampezzo - Tagelang hatte die beste Skirennfahrerin der Gegenwart bei den Winterspielen in Italien allenfalls eine Nebenrolle - doch dann schlug sie zurück. US-Star Mikaela Shiffrin hat das Olympia-Trauma besiegt, beim famosen Slalom-Triumph in Cortina d'Ampezzo für große Emotionen gesorgt und erneut ein Kapitel Sport-Geschichte geschrieben. 

„Das war ein Moment, von dem ich geträumt habe – und vor dem ich auch große Angst hatte“, sagte Shiffrin über ihre Gefühle nach der Zieleinfahrt am Mittwoch. Ihre Mutter Eileen hatte sie innig umarmt, die Olympiasiegerin selbst aber auch an ihren 2020 bei einem Unfall gestorbenen Vater Jeff gedacht.

„Alles, was man im Leben tut, nachdem man einen geliebten Menschen verloren hat, ist wie eine neue Erfahrung. Es ist wie eine Wiedergeburt“, erklärte Shiffrin. „Und es gibt immer noch so viele Momente, in denen ich mich dagegen wehre. Ich will nicht ohne meinen Vater leben“, sagte die 30-Jährige. „Und vielleicht konnte ich das heute zum ersten Mal wirklich akzeptieren, als Realität.“

Kilde von mentaler Stärke der Verlobten beeindruckt

Der Tod ihres Vaters vor gut sechs Jahren war ein heftiger Schicksalsschlag für Shiffrin. Zudem hatte sie in der jüngeren Vergangenheit mehrfach mit schweren Verletzungen zu kämpfen. Besonders dramatisch war es, als sie im November 2024 bei einem Sturz im Riesenslalom von Killington eine Stichwunde im Bauch erlitt und operiert werden musste. In der Folge hatte sie lange mit mentalen Problemen zu kämpfen, fand vor allem bei einer Person aber immer wieder Halt: ihrem Verlobten, dem norwegischen Skistar Aleksander Aamodt Kilde.

Shiffrins mentale Stärke sei „nicht von dieser Welt“, schrieb Kilde nach der olympischen Slalom-Gala seiner Liebsten bei Instagram. Sie habe „der Welt gezeigt, wer die Königin ist“. Kilde selbst hatte sich bei einem Horror-Sturz in der Abfahrt von Wengen im Januar 2024 schwer an Bein und Schulter verletzt und war lange ausgefallen. Auf die Winterspiele in Norditalien verzichtete er.

Fiasko in China und schwacher Start in Italien

Für Shiffrin, die große Alpin-Dominatorin, endeten sie derweil mit der vierten Olympia-Medaille ihrer Karriere und der ersten seit acht Jahren. 2022 in China war sie bei sechs Starts leer ausgegangen. Auch in Cortina d'Ampezzo blieb sie in Team-Kombination und Riesenslalom zunächst hinter den Erwartungen.

Doch auf den Spezialslalom, in dem sie nun schon zweimal Olympia-Gold, vier WM-Titel und 71 Weltcup-Rennen gewonnen hat, war Verlass. Nachdem die in der Abfahrt schwer verunglückte, mittlerweile mehrfach am Bein operierte und wieder in die Heimat zurückgekehrte Lindsey Vonn tagelang die Schlagzeilen in den USA beherrscht hatte, kehrte nun auch Shiffrin zurück ins Rampenlicht. Sie ist die erste amerikanische Skirennfahrerin mit drei Olympia-Goldmedaillen.