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Nationalmannschaft „Sonne tut jedem gut“: Basketballer mit C-Team in Zypern

Die NBA-Profis können nicht, die übrigen Europameister reisen vorzeitig ab: Deutschland reist mit einem Perspektivkader zur WM-Qualifikation. Für gute Laune sorgt das Wetter am Mittelmeer.

Von Patrick Reichardt, dpa 30.11.2025, 09:20
Feier vor dem Fanblock: Deutschland ist stark in die Quali gestartet.
Feier vor dem Fanblock: Deutschland ist stark in die Quali gestartet. Harry Langer/dpa

Limassol - Dem nasskalten Wetter in der Heimat konnten die deutschen Basketballer am ersten Advent wunderbar entfliehen. Stattdessen versammelte der genesene Bundestrainer Alex Mumbru seinen übriggebliebenen Perspektivkader bei knapp 20 Grad und Sonnenschein an der Mittelmeerküste Zyperns. In dem auch Anfang Dezember milden Limassol soll am Montag (18.00 Uhr/Magentasport) der nächste Schritt zur WM 2027 in Katar gelingen.

Keine Sorgen mit Perspektivkader

„Ein bisschen Sonne tut jedem gut“, sagte Spielmacher Justus Hollatz. Der Europameister selbst allerdings ist wie Oscar Da Silva und Isaac Bonga gar nicht mehr dabei. Das Gold-Trio reiste wegen der hohen Belastung vorzeitig ab - stattdessen wird ein besseres C-Team ohne Titelgewinner aus Riga an den Start gehen. „Die Jungs werden da schon gut spielen. Wir haben genug Qualität im Kader. Ich mache mir da keine Sorgen“, sagte Hollatz.

Der gefeierte Auftakt in Neu-Ulm - ein 89:69 gegen den stärksten Gruppengegner Israel - machte Mut. Angeführt von Da Silva (19 Punkte) hatte das Team von Chefcoach Mumbru die erste Hürde auf dem Weg nach Katar mit großer Souveränität genommen. Und das, obwohl die NBA-Profis um Dennis Schröder und Franz Wagner schon für die erste Partie wegen der laufenden Saison in Nordamerika nicht zur Verfügung gestanden hatten.

Mumbru erhielt nach dem klaren Sieg über Israel besonders viel Lob. „Es steckt sehr viel Mumbru in unserem Basketball. Alex und Alan (Ibrahimagic) machen einen perfekten Job. Es macht richtig Bock, bei denen zu spielen“, sagte Dreierspezialist David Krämer über das Trainerduo. Mumbru musste sich bei der EM-Endrunde wegen einer Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung zurücknehmen und wurde im Anschluss wochenlang im Krankenhaus behandelt.

Bundestrainer diskutiert wie früher

Zwischenzeitlich hatte der Spanier 20 Kilogramm Körpergewicht verloren. Doch Mumbru hat sich erholt und ist bereit für die anstehenden Aufgaben. „Ich fühle mich wieder wie ein Trainer. Ich bin glücklich, ich bin okay, ich bin bei 100 Prozent. Jeder weiß, dass es nach der EM hart war im Krankenhaus“, sagte der 46-Jährige. Am Spielfeldrand diskutierte und dirigierte er, als wäre er nie weg gewesen.

In Zypern erwartet Deutschland auch mit großem personellem Aderlass eine absolute Pflichtaufgabe. Der Außenseiter verlor zum WM-Quali-Auftakt mit 60:100 in Kroatien. „Wir müssen jeden Gegner respektieren. Wir müssen schauen, dass wir die neue Truppe ins Spiel bringen. Wir freuen uns, mal auf einer Insel zu sein und auf ein bisschen Sonne“, sagte Krämer. Das angenehme Wetter wirkte wie ein Lichtblick im kalten deutschen Spätherbst.

Hollatz über Mumbru: „Alle sind glücklich“

Sportlich kann Mumbru voller Zuversicht auf die kommenden Aufgaben blicken. Die zweite Reihe um Chris Sengfelder, Joshua Obiesie und dem jungen Jack Kayil machte gegen Israel einen ordentlichen Eindruck. „Wir haben ein gutes Spiel mit gutem Rhythmus hingelegt“, befand der Bundestrainer.

Dass Mumbru den schweren Sommer mit seiner komplizierten Erkrankung nun hinter sich gelassen hat, war für Krämer „ein größerer Sieg“ als der 20-Punkte-Erfolg von Neu-Ulm. Aufbauspieler Hollatz sagte: „Alle sind glücklich, dass er gesund ist und dass er auf den Beinen steht. Er gehört zur großen Familie dazu.“ Die EM sei für alle ein Schock gewesen. „Umso schöner ist es, dass er seinen Spaß wieder gefunden hat.“