Halle l Für Dominic Bösel ist das Duell mit dem Italiener Orial Kolaj heute Abend in der Sportarena Halle (22.35 Uhr, live im MDR) schon sein 30. Profikampf. Aber trotzdem ist es heute ein bisschen anders als zuletzt. Denn Dirk Dzemski ist als Trainer in die Ecke des Box-Europameisters im Halbschwergewicht zurückgekehrt. Und der alte, neue Trainer will eine gewisse Aufregung nicht verschweigen.

Dzemski wieder in der Ecke

„Klar ist das eine besondere Situation. Das möchte ich gar nicht kleinreden, ich weiß ganz genau, dass die Leute auf uns schauen und wir ein gutes Ergebnis liefern müssen. Aber dass Dominic gewinnt, davon bin ich fest überzeugt“, erklärt Dzemski, der nach einem Jahr Pause Anfang März wieder an Bösels Seite rückte.

Bösel trainierte an vier Orten

In der Vorbereitung auf den Kampf musste er viel koordinieren. Neben den gemeinsamen Trainingseinheiten in Halle und Magdeburg schwitzte der Freyburger ja auch noch regelmäßig in seinem Heimatort bei Papa Bernd. Und in der Leipziger Median-Klinik absolvierte er zusätzliches Fitnesstraining. Bösel: „Dort wird sportwissenschaftlich sehr profesionell gearbeitet. Ob Laktattest oder Physiotherapie, da habe ich alles an einem Ort.“

Bösel achtet auf sich

Dass Dominic Bösel nicht nur auf die Einheiten im Gym großen Wert legt, ist für Dzemski die größte Veränderung seines langjährigen Schützlings. „Er geht jetzt viel bewusster mit seinem Körper um, achtet auf die richtigen Dehnungen und legt großen Wert auf Physiotherapie“, sagt der Trainer. „Da hat er sich enorm entwickelt, das imponiert mir. Denn das war früher nicht so. Aber durch seine Verletzungen ist er zum Nachdenken gekommen.“

Mit 79,2 Kilo in den Ring

Wegen einer Operation an der Achillessehne musste der 29-Jährige voriges Jahr die Verteidigung seines EM-Gürtels gegen Enrico Köllig vom Juni auf den Oktober verschieben. Und nach dem Sieg gegen Kölling – da war Rainer Rauchfuß sein Trainer – ließ sich Bösel noch an der Schulter operieren. „Jetzt kann ich es natürlich kaum erwarten, wieder in den Ring zu klettern“, sagt der Boxer, der gestern beim Wiegen 79,2 Kilo auf die Waage brachte. Erlaubt sind in seiner Gewichtsklasse bis zu 79,7 Kilogramm.

Dass sein Gegner zurückhaltend wirkt, davon lässt sich Bösel nicht beeindrucken. „Im Ring ist er ganz anders. Ein echter Kämpfer und sehr unangenehm. Da muss ich die Ruhe bewahren, darf auf keinen Fall überpacen“, weiß Bösel nach dem Videostudium.

Pause hat gutgetan

Und Dzemski ergänzt: „Dominics Gegner beginnt jede Runde so, als wenn es die erste wäre. Das ist schon ziemlich ungewöhnlich. Aber darauf sind wir vorbereitet.“ Schließlich wurde in der Vorbereitung nicht nur fleißig trainiert. Bösel verrät: „Wir reden jetzt mehr miteinander und stimmen alles variabel ab. Das gefällt mir an unserer Zusammenarbeit viel besser als zuvor. Die Pause hat uns beiden wirklich gutgetan.“