Magdeburg l Robin Krasniqi hatte eigentlich nur Augen für seine Verlobte Heidi. Aber als er am Dienstag aus der 11. Etage des Katharinenturms über Magdeburg schaute, wurde schnell klar, dass der SES-Boxer auch seine alte Liebe nicht vergessen hat. „Ich habe sechs Jahre lang hier in Magdeburg gelebt. Deshalb ist es für mich immer eine Herzensangelegenheit, zurückzukehren und hier zu boxen“, erzählte Krasniqi.

In der Stadthalle gegen Härtel

Am Sonnabend will er in der Magdeburger Stadthalle seinen EM-Gürtel im Supermittelgewicht verteidigen. Gegner ist SES-Kollege Stefan Härtel. Während der Berliner beim Termin hoch über der Stadt erneut ordentlich Sprüche austeilte, blieb Krasniqi vor seiner zweiten Titelverteidigung gelassen. Kasniqi: „Mein Gegner soll ruhig erzählen. Ich bereite mich lieber auf den Kampf vor. Und auf den freue ich mich wie lange nicht auf einen Kampf.“

Eigentlich sollte der 32-Jährige ja schon im vorigen November gegen Härtel boxen, aber weil der kurz zuvor erkrankte, stand als Ersatzmann der Spanier Ronny Landaeta im Ring. Krasniqi: „Schön, dass Stefan nun endlich da ist und hoffentlich auch am Sonnabend zum Kampf erscheint.“

Sechs Jahre in Olvenstedt gewohnt

Bis dahin wird Krasniqi die Zeit nutzen, seiner großen Liebe auch Magdeburg zu zeigen. „Von 2010 bis 2016 habe ich in Olvenstedt nahe dem SES-Gym gewohnt. Übrigens in einer Wohngemeinschaft mit Francesco Pianeta und später auch Jurgen Uldedaj.“

Verlobte lebt in der Schweiz

Statt Männer-WG ist jetzt nur noch Heidi angesagt. Seit drei Jahren sind Krasniqi und die schöne Schweizerin ein Paar. Die 28-Jährige kam 1996 mit ihrer Familie aus dem Kosovo in die Schweiz, arbeitet dort als Model und Immobilienmaklerin. Da sie in Genf lebt und Robin in München, ist die gemeinsame Zeit beschränkt. Doch wenn Robin in den Ring steigt, ist Heidi natürlich dabei. Beim Pressetermin im Katharinenturm packte sie für ein Foto zum Spaß sogar mal ihre „Rechte“ aus.

Bevor ihr Robin am Sonnabend gegen Härtel richtig zuschlagen will und muss, will er Heidi vorher noch sein altes „Wohnzimmer“ zeigen. „Wenn ich in Magdeburg bin, ist natürlich auch immer ein Stadtbummel angesagt. Schließlich verbinde ich hier mit vielen Punkten und Orten auch eine Menge persönlicher Erinnerungen. Schön ist dabei auch, dass in Magdeburg alles so eng beieinander ist“, sagt Krasniqi.

Daumendrücken für den FCM

Auch außerhalb des Boxsports hat er noch viele Freunde. Krasniqi: „Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Da wird man in einer Stadt richtig heimisch und vergisst diese Zeit auch nie.“ Deshalb verfolgt er auch nach wie vor den FCM und SCM. „Da schaue ich immer auf die Ergebnisse und Tabelle. Mit Christian Beck habe ich beispielsweise immer noch ganz guten Kontakt. Schade, dass er bei meinem Kampf nicht dabei sein kann, weil der FCM am Sonntag ein wichtiges Spiel hat. Es sieht zwar nicht gut aus, aber hoffentlich packen die es noch, in der 2. Liga zu bleiben.“