Magdeburg l Am Donnerstagabend kam die Nachricht über das Handtelefon: Thomas Barthel wird bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin nicht starten. Ein Magen-Darm-Virus der heftigen Sorte hatte den 20-Jährigen am vergangenen Montagmorgen zum Gang in die Notaufnahme gezwungen. „Das entnommene Blut hat in mehreren Werten Verschiebungen aufgewiesen“, berichtete der Sprinter vom SC Magdeburg der Volksstimme. Deshalb wird er sich am kommenden Dienstag zu weiteren Untersuchungen in die Ambulanz begeben.

„Damit ist die Saison für die gesamte Trainingsgruppe des SCM beendet“, sagte sein Trainer Eik Ruddat, der aufgrund seiner Aufgabe als Schulleiter nun den Umbruch eingeleitet und die Zusammenarbeit mit Barthel & Co. zur neuen Serie beendet hat.

Schulz gegen Röhler & Co.

Andere Magdeburger Athleten sind im Olympiastadion am Start, denn die Titelkämpfe in Berlin bieten auch dem Nachwuchs eine Chance, sich vor großem Publikum zu zeigen. So kann Diskuswerfer Henrik Janssen vom SCM nach verpasster U-23-Europameisterschaft heute (18.10 Uhr) sein Potenzial beweisen. Gordon Schulz, 18 Jahre, wirft morgen (17.20 Uhr) als Achtbester der deutschen Jahresrangliste mit 74,51 Metern den Speer gegen Olympiasieger Thomas Röhler, Weltmeister Johannes Vetter, den Jahresbesten Andreas Hofmann oder Shootingstar Bernhard Seifert – allesamt 80-Meter-Werfer.

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Lea Wipper aus der SCM-Trainingsgruppe tritt heute ab 16 Uhr gegen Christin Hussong, mit 66,59 Metern in dieser Saison die Stärkste im Feld, an. Und Lea-Jasmin Riecke vom Mitteldeutschen Sportclub misst sich unter anderem mit der Sieben-Meter-Weitspringerin Malaika Mihambo.

Riecke greift an

Sowohl Schulz als auch Riecke haben sich am vergangenen Wochenende noch Gold bei den nationalen U-20-Titelkämpfen gesichert. Der ohnehin konstante Schulz bestätigte dabei seinen Rekord mit 74,41 Metern. Riecke sprang mit 6,43 Metern im zweiten ihre beiden gültigen Versuche zum Sieg.

Damit ist sie Fünfte im deutschen Jahresranking. „Wichtig war für Lea der Sieg, nun können wir uns ganz konzentriert auf Berlin vorbereiten“, erklärte ihr Trainer und Vater Hans-Ulrich Riecke. Während die 19-Jährige diesmal mit ihrem Anlauf zuletzt in Ulm zufrieden war, resümierte der Coach: „Es wird immer besser. Aber richtig rund lief es noch nicht. Wir werden noch etwas an der Lockerheit feilen, und dann werden wir sehen. Aber wir greifen an.“ Morgen ab 16.55 Uhr nämlich, wenn für Riecke der Wettkampf beginnt.