Magdeburg l Nicht zuletzt der Trainer hat wieder eine Herausforderung: Nach den Monaten ohne Wettkampf stehen die deutschen Meisterschaften in Braunschweig inzwischen dick markiert im Terminplan von Armin Lemme. Am vergangenen Freitag hat die Stadt ihr grünes Licht für die Austragung der nationalen Titelkämpfe am 8. und 9. August gegeben. Nicht nur die Diskuswerfer Anna und Martin Wierig, David Wrobel und Henrik Janssen erleben dort ihren saisonalen Höhepunkt. Auch die Magdeburger Sprinter von Coach Marco Kleinsteuber sowie Weitspringerin Lea-Jasmin Riecke vom Mitteldeutschen SC wollen sich mit der nationalen Konkurrenz messen oder sogar in den Kampf um Gold, Silber und Bronze eingreifen.

Für den SCM war es indes ein guter Zeitpunkt, den Werfern das Vertrauen für ein weiteres Jahr zu schenken. Die Verträge der Eheleute Wierig und von Wrobel wurden im Laufe der vergangenen Woche bis zum 31. August 2021 verlängert. Für den 29-jährigen Wrobel ein Ansporn: „Ich habe mich sehr darüber gefreut und bin auch in der Lage, den Vertrag zu erfüllen und mich für die Sommerspiele zu qualifizieren.“ Und der 32-jährige Wierig betonte: „In dieser schwierigen Saison ist es ein tolles Zeichen, für mich zu wissen, dass ich auch im nächsten Jahr die grün-roten Farben tragen werde.“ Für Lemme indes ist die Prolongation ein logischer Schritt: „Die Sportler haben keine Schuld, dass sie in dieser Saison keine Leistungen nachweisen können.“ Die Corona-Pandemie hat für viele Absagen gesorgt – und nicht zuletzt für die Verlegung der Sommerspiele in das nächste Jahr. Trotzdem: Vier Termine stehen für die Athleten fest.

Testwettkampf in Potsdam

So werden die Werfer am kommenden Freitag in Potsdam zu einem Testwettkampf antreten. Sie müssen sich zur Leistungsüberprüfung der Verantwortlichen des deutschen Verbandes (DLV) vom 6. bis 10. Juli in Kienbaum stellen. „Dann kommen endlich wieder alle zusammen“, sagt Lemme. Die nationale Konkurrenz, die Trainer. Und am 18. Juli erfolgt die Generalprobe für die Meisterschaften beim Wettkampf in Osterode.

Lemme sagt: „Endlich haben wir wieder einen Plan und ein Ziel, auf das wir hintrainieren können.“ Und nicht nur seine drei etablierten Schützlinge. Auch Henrik Janssen, inzwischen 22 Jahre jung. Seine Lehrjahre im Nachwuchs sind Geschichte. Ab der kommenden Saison muss er sich mit der DLV-Elite um die besten Plätze streiten. „Henrik hat zum ersten Mal über 60 Meter geworfen“, berichtet der 64-jährige Coach über die Eindrücke vom Youngster in der Riege bei der „Wurfspitze“ in der vergangenen Woche. Dabei hatte er eben nicht die Möglichkeit wie Bundes- oder Perspektivkader, während der Krise durchgängig in Magdeburg zu trainieren. „Er hat sechs Wochen allein in der Garage zu Hause trainiert und hat sich mit seinem Fleiß viel erarbeitet“, lobt Coach Lemme seinen Schützling.

Janssen vor Sprung in die Elite

Janssen soll sich also bei den deutschen Meisterschaften einreihen in die nationale Elite. „Das ist das Wichtigste“, sagt Lemme. Informationen zum allgemeinen Zustand der eigenen Athleten und den der Konkurrenz erwartet sich Lemme in Braunschweig nämlich nicht. „Es ist eben ein total anderes Jahr, niemand hat so trainiert, als würde er sich auf einen internationalen Höhepunkt vorbereiten.“ Und trotzdem wird es gerade Martin Wierig ganz sicher in Braunschweig vor allem um ein Ziel gehen: die Titelverteidigung.