Magdeburg l Mireia Belmonte ist noch nicht bereit für eine schnelle Zeit. Zumindest war sie das noch nicht auf der Golden Tour in Marseille (Frankreich) am vorvergangenen Wochenende. Da hatte die Spanierin über 200 Meter Schmetterling nach 2:13,09 Minuten angeschlagen. Für eine amtierende Weltmeisterin ist das natürlich keine gute Zeit, aber dies liegt womöglich darin begründet, dass die 28-Jährige erst wenige Tage zuvor aus dem Höhentrainingslager in der Sierra Nevada zurückgekehrt war. Franziska Hentke, Belmontes Konkurrentin vom SC Magdeburg, vermutet zumindest: „Sie wird platt gewesen sein.“

Die beiden waren auch schon gemeinsam platt. Sie lagen sich dann in den Armen, im Juli 2017 in Budapest (Ungarn) nämlich, als Hentke mit WM-Silber hinter Belmonte ihren bislang größten Karriere-Erfolg feierte. Zuletzt in 2320 Metern Höhe in Spanien haben sie auch eine gemeinsame Trainingseinheit absolviert. Ansonsten hält sich die Kommunikation zwischen den beiden Damen eher in Grenzen. „Hallo, wie geht’s“, heißt es mal. Viel mehr aber nicht. „Wir sind beide nicht die großen Rednerinnen“, sagt Hentke lächelnd.

Norm geknackt

Dafür orientiert sie sich an der Schwimmerin Belmonte. An ihrer Technik, an ihrer Taktik. Nicht erst seit gestern, sondern schon seit einigen Jahren. Am vergangenen Sonnabend hat Hentke ihre Technik umgestellt von Vor- auf Endlauf. Nach festen Beinen im ersten Rennen „habe ich im Finale vieles über den Oberkörper laufen lassen“, resümiert sie ihren Sieg beim „Gothaer and friends“-Pokal in der heimischen Elbehalle.

Mit 2:07,16 Minuten hat die 29-Jährige die Norm für die Weltmeisterschaften in Gwangju (Südkorea/12. Bis 28. Juli) unterboten. Erst unter dem rhythmischen Applaus, dann unter dem Jubel der Magdeburger Zuschauer. Hentke hat sich dafür bedankt, „weil ich während eines Rennens akustisch wenig wahrnehme, hier aber habe ich die Anfeuerung gehört“.

Dreieinhalb Monate bis zur WM

Es sind noch dreieinhalb Monate bis Gwangju, aber ihr Ziel für die WM hat sich Hentke längst gesetzt. „Ich schwimme seit vier, fünf Jahren in der Weltspitze mit. Mir würde keiner glauben, wenn ich sage: Ich will das Finale erreichen“, betont der Schützling von Coach Bernd Berkhahn. „Ich will meine Medaille verteidigen – auch mit Blick auf das nächste Jahr.“ Zeichen setzen für die Sommerspiele 2020 in Tokio also.

Tempoarbeit intensivieren

Dazu muss und will Hentke noch schneller werden. 2:07,16 Minuten ist nämlich keine Zeit, mit der man bei einem Saisonhöhepunkt zu Edelmetall schwimmt. „Um in die Nähe meines deutschen Rekordes zu kommen, muss ich die Tempoarbeit weiter intensiveren“, erklärt sie. Denn ihre nationale Bestmarke (2:05,26) will sie in diesem Jahr angreifen.

Meetings in Bergen und Stockholm

Nicht zwangsläufig bei den Meetings in Bergen (Norwegen) an diesem oder in Stockholm (Schweden) am nächsten Wochenende. Vielleicht auch noch nicht am 11./12. Mai in Budapest, wo sie im Rahmen der neuen „Champions Swim Series“ des Weltverbandes Fina startet. Aber spätestens zum Saisonhöhepunkt.

Franziska Hentke blickt auf die nächsten Starts voraus: „Wenn ich mit einer 2:06 aus Stockholm heimkehre, dann hatte ich ein wirklich gutes Frühjahr.“