Altenberg l Christopher Grotheer ist an die Stätte seines bislang einzigen Weltcup-Sieges zurückgekehrt. Nach Altenberg nämlich. Und das völlig überraschend. Auch für Grotheer selbst: „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich noch an der Weltmeisterschaft teilnehmen würde“, sagte er. Der Skeleton-Pilot aus Wernigerode war den gesamten Winter lang im zweitrangigen Intercontinentalcup unterwegs. Sehr erfolgreich zwar. Aber die zuweilen starken Leistungen der drei Weltcup-Fahrer minderten jegliche Chance auf seinen WM-Start. Und dann gewann Felix Keisinger die Junioren-WM, und für Grotheer war die Bahn nach Altenberg frei. Am Donnerstag ab 10 Uhr und am Freitag ab 13 Uhr tritt er zum Medaillenkampf an.

Auf den Erfolg des erst 22-jährigen Keisinger, der bereits zum Weltcup-Kader gehörte und deshalb den vierten Startplatz für den Bob-und Schlittenverband (BSD) sicherte, hatte Grotheer natürlich gehofft. „Aber es ist immer schwierig, von anderen abhängig zu sein“, berichtet er, der bei den Titelkämpfen im vergangenen Jahr im kanadischen Whistler den vierten Platz belegte. Altenberg ist für Grotheer bereits die fünfte WM. Aber er geht diese nach dieser Saison natürlich realistisch an. Zumal die letzten Trainingsfahrten gezeigt haben, „dass noch einige Fehler in den Läufen waren“, berichtete er. „Aber hier ist noch keiner perfekt runtergekommen.“

Grotheer hat sich jedenfalls fit gehalten für seine WM-Chance. Er hatte auch eine sehr gute Vorbereitung, erklärte er. Jetzt muss er nur noch das richtige Tempo finden auf einer Bahn, die mit 1413 Metern und 17 Kurven zu den schwersten in der Welt gehört und die er als Schnellster im Januar des Jahres 2017 bezwungen hat. Inklusive Bahnrekord mit 56,10 Sekunden, den Grotheer heute noch hält. Er blickt voraus: „Wenn du denkst, du beherrschst die Bahn, dann wirst du bestraft.“ Aber allein mit seinem Start bei der WM ist die Geduld des Christopher Grotheer belohnt worden.