Basketball Tödliche ICE-Einsätze: NBA-Star Wembanyama schockiert
Victor Wembanyama kritisiert nach den tödlichen Schüssen in Minneapolis das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde – und spricht gegen den Rat der PR-Abteilung seines Teams offen über seine Haltung.

Minneapolis - Der französische NBA-Star Victor Wembanyama hat mit Entsetzen auf die tödlichen Schüsse bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis reagiert. „Jeden Tag wache ich auf, sehe die Nachrichten und bin schockiert. Ich finde es verrückt, dass manche Leute den Eindruck erwecken oder so tun, als sei die Ermordung von Zivilisten akzeptabel“, sagte der Basketball-Profi am Dienstag nach dem Training seiner San Antonio Spurs zu Reportern.
Wembanyama äußerte sich ausdrücklich gegen den Rat seines Clubs zu den Vorkommnissen im US-Bundesstaat Minnesota. „Ja, die PR-Abteilung hat es versucht, aber ich werde mich hier nicht hinsetzen und eine politisch korrekte Antwort geben“, sagte er 22-Jährige. Auf die Frage, ob er Konsequenzen fürchte, wenn er sich offen zu einem so brisanten Thema äußere, antwortete Wembanyama: „Auf jeden Fall“.
Knicks-Profi spricht von „Morden“
Zuvor hatte bereits sein französischer Landsmann Guerschon Yabusele von den New York Knicks seine Gedanken zu den Vorgängen in Minneapolis in den sozialen Medien gepostet. „Ich kann nicht aufhören, über die tragischen Ereignisse in Minnesota nachzudenken, und obwohl ich Franzose bin, kann ich nicht schweigen“, schrieb Yabusele auf der Plattform X.
„Was hier geschieht, ist unfassbar. Wir sprechen hier von Morden, das sind ernste Angelegenheiten. Die Situation muss sich ändern, die Regierung muss aufhören, so zu handeln. Ich stehe hinter Minnesota.“ Wembanyama lobte seinen Landsmann und sagte, er sei immer stolz auf Menschen, die ihre Meinung sagten.
Die Einwanderungsbehörde ICE steht nach den tödlichen Schüssen auf zwei US-Bürger bei ihren Einsätzen in der Kritik. Anfang Januar war Renée Good durch Schüsse eines ICE-Beamten getötet worden. Am vergangenen Samstag war der Krankenpfleger Alex Pretti bei einem Einsatz von Bundesbeamten erschossen worden. Die Behörden begründeten dies jeweils mit Notwehr. Es gibt landesweit Proteste gegen die Abschiebe-Politik von US-Präsident Donald Trump und das Vorgehen der Einsatzkräfte.