Volksstimme-Aktion

„Wir sind noch da und halten zusammen“

Viel fehlt nicht mehr, um das große gemeinsame Ziel - die Erdumrundung - zu schaffen. Nur noch 2 552 Kilometer sind zu absolvieren.

Von Von Tobias Zschäpe

Salzlandkreis l Immer größer wird dabei der Anteil, den die Radfahrer der Region einreichen. So machte sich beispielsweise der Löderburger Bernd Fischer gleich zweimal mit seiner Frau Susanna auf den Weg, um auf den Drahteseln die umliegenden Städte und Dörfer zu erkunden. Aus der Heimat ging es über Staßfurt, Neundorf, Güsten und Rathmannsdorf bis nach Hohenerxleben und anschließend über Staßfurt zurück nach Löderburg. In Summe kamen so 48 Kilometer für das Ehepaar zusammen.

Doch damit nicht genug. Einen Tag später schwang er sich erneut auf den Sattel. Von Löderburg über Staßfurt, Ilberstedt, Bernburg, Nienburg und Löbnitz führte der Weg diesmal und brachte weitere 56 Kilometer ein. „Ich bin kein Mitglied in einem Verein und bin stattdessen persönlich organisiert“, erklärt Fischer. Er und drei weitere begeisterte Radsportler haben sich gefunden, um „jeden Mittwoch, wenn das Wetter es zulässt, mit den Fahrrädern auf Tour zu gehen.“ Aktuell auf Grund der Corona-Pandemie jedoch nur zu zweit.

Ebenfalls zu zweit auf dem Rad unterwegs waren Gerhard Muth und seine Frau Regina aus Atzendorf. Jeweils 15,9 Kilometer kamen so zusammen. Begleiter des Ehepaars auf der gemeinsamen Tour war die Frühlingssonne der vergangenen Tage. Kein Wunder also, dass die Ausflüge der Leserinnen und Leser immer länger und die ausstehende Distanz zur Erdumrundung immer kürzer wird.

Doch dass man Kilometer auf viele verschiedene Arten sammeln kann, unterstreichen noch einmal die Aktiven der Sport- und Karateschule (SKS) Staßfurt. „Laufen, springen, radeln, hüpfen, kriechen, schwimmen, walken, rudern, klettern, rutschen, inlinern – alles ist möglich“, hieß es in der ursprünglichen Ausschreibung der Volksstimme-Aktion „In 80 Tagen um die Welt“. Und dieses Motto ziert nun auch die T-Shirts, die die aktiven Mitglieder der Sport- und Karateschule erhalten, wenn sie sich an der Aktion beteiligt haben. „Wir wollen mit den T-Shirts ausdrücken, dass wir noch da sind und dass unsere Mitglieder zusammenhalten. Gemeinsam Sport zu treiben motiviert und wenn jemand mit einem unserer T-Shirts unterwegs ist, weiß man genau: ,Der gehört dazu‘. Man kann schließlich nicht jedes unserer 550 Mitglieder – so der Stand vor Corona – kennen“, erklärt Constanze Olschewski. Die Idee hatte ihr Mann und Vereinschef Michel Olschewski. Es sollte ein zusätzlicher Anreiz sein, um bei der „tollen Aktion“, wie der Verein auf seiner Internetseite schreibt, mitzumachen. Doch diesen brauchten die Sportler nicht. Die Karateka und ihre Vereinskameraden leisteten in den vergangenen Wochen einen großen Beitrag zur Umrundung der Erde in 80 Tagen.

Und auch Freizeitbeschäftigungen werden genutzt, um weitere Kilometer von der Uhr zu nehmen. Milla Miot aus der Kindersportgruppe des SV Blau-Weiß Etgersleben besuchte gemeinsam mit ihren Eltern den Zoo in Magdeburg. Dort und beim anschließenden Spaziergang kamen für alle drei jeweils 8,5 Kilometer zusammen.

So ist es wenig verwunderlich, dass weitere 998 Kilometer von der Uhr genommen werden konnten. Das Ziel ist bereits in Sichtweite. Sollte das Wetter den Sportlerinnen und Sportlern keinen Strich durch die Rechnung machen, ist die Erdumrundung bereits nach etwas mehr als der Hälfte der Zeit zu schaffen. Chapeau, liebe Leser. Phileas Fogg wäre stolz.