Netanya (dpa) - Paul Biedermann grinste breit bei der Siegerehrung. Zu seinem siebten Titel reichte es für bei seinen letzten Kurzbahn-Europameisterschaften noch nicht, aber auf dem Weg zu Olympia gab sich der deutsche Weltrekordler auch mit Silber locker zufrieden.

Ich konnte hinten raus meine Stärke ausspielen und bin sehr zufrieden. Aber Bernek hat höllisch Tempo gemacht und war am Ende zu weit weg, erklärte Biedermann nach seinem zweiten Platz über 400 Meter Freistil hinter dem Ungarn Peter Bernek. 0,50 Sekunden fehlten Biedermann am Mittwoch in Nentanya/Israel auf seiner Nebenstrecke nach seinen guten 3:35,96 Minuten auf den Goldmedaillengewinner.

Das ist meine beste Zeit im Textilanzug. Mit 29 Jahren bin ich zufrieden, noch eine Bestzeit zu schwimmen, sagte Biedermann nach seiner besten Zeit seit Verbot der Hightech-Anzüge vor sechs Jahren. Er hatte sich zuletzt mehr auf die 200 Meter fokussiert. Auf der Langbahn hält er immer noch die 2009 geschwommenen Weltrekorde über 200 und 400 Meter Freistil. Auf der Kurzbahn ist er über 200 Meter noch die Nummer eins und greift hier am Donnerstag nach einer weiteren Medaille. Die 200 Meter werden schwer und vor allem schnell werden, prognostizierte der WM-Dritte dieses Jahres auf der prestigeträchtigeren Langbahn. Die zweite große Chance am Donnerstag: Langbahn-Weltmeister Marco Koch greift auf der 25-Meter-Bahn über 200 Meter Brust ins Geschehen ein.

Koch und Biedermann nehmen die Europameisterschaften in Israel allerdings im Vorbeigehen mit. Wie bei der kompletten Schwimm-Elite ist der Fokus ganz auf die Olympischen Spiele im August in Rio gerichtet. Das Ringespektakel ist für Biedermann voraussichtlich der Schlusspunkt einer großen Karriere.

Während Biedermann gleich die erste Chance auf eine Medaille für den Deutschen Schwimm-Verband nutzte, konnte Rückenschwimmer Jan-Philip Glania nicht in den Kampf um die Top-3-Plätze eingreifen. Nach 200 Metern in guten 1:51,31 Minuten belegte der EM-Dritte von Berlin den fünften Rang. Auf Bronze fehlte mehr als eine halbe Sekunde. Der Titel ging in 1:48,33 an den Polen Radoslaw Kawecki. Persönliche Bestzeit - was will ich mehr. Die Medaillen waren ein wenig außer Reichweite, sagte ein zufriedener Glania.

Schmetterling-Medaillenhoffnung Franziska Hentke schlug auf ihrer Nebenstrecke 400 Meter Lagen in 4:34,50 Minuten als Siebte an. Die Schmetterling zu Beginn waren gut, das stimmt mich zuversichtlich für die 200 Meter Schmetterling. Das war heute quasi ein Testlauf, sagte die WM-Vierte. Der Titel ging mit großem Vorsprung von mehr als sieben Sekunden an die Ungarin Katinka Hosszu in 4:19,75. Im Vorlauf war die 26-Jährige in 4:19,46 Minuten Weltrekord geschwommen.

Vor Ort erwies sich die zuvor diskutierte Sicherheitslage entspannter als zum Teil gedacht. Der Eindruck hier ist sehr positiv, wir fühlen uns gut aufgehoben. Die Sicherheitsmaßnahmen sind gut, sowohl im Hotel als auch am Pool, sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz. Natürlich ist die Polizei hier präsent, aber das war zum Beispiel bei den Weltmeisterschaften in Russland in diesem Sommer auch der Fall. Wir konzentrieren uns auf die Wettkämpfe. Diese dauern noch bis zum Sonntag.

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