La Seu d'Urgell (dpa) - Mitfavorit Sideris Tasiadis hat sich bei der Kanuslalom-Weltmeisterschaft im spanischen La Seu d'Urgell einen folgenschweren Patzer geleistet.

Der WM-Dritte aus dem Vorjahr bekam im Vorlauf im Einer-Canadier eine umstrittene 50-Sekunden-Strafe und musste daher noch einmal in den Hoffnungslauf, um sich für das Halbfinale am Samstag zu qualifizieren. Dort leistete sich der Olympia-Zweite von London jedoch eine Stangenberührung und hatte als Lauf-16. insgesamt 4,67 Sekunden Rückstand auf den Führenden. Am Ende fehlten auf Platz zehn, der für das Weiterkommen gereicht hätte, 1,32 Sekunden.

"Bei Sideris als international erfolgreichem Sportler hat man angenommen, dass er die Nerven behält und genau weiß, wie er seinen Lauf angehen muss", sagte der ehemalige Bundestrainer Michael Trummer, der in Spanien Mannschaftsführer ist. "Spätestens nach der Berührung am Tor acht hat er gewusst, dass er angreifen muss, aber im Lauf waren zu viele technische Fehler dabei", betonte Trummer.

Damit ist auch das interne Duell um das Olympia-Ticket für Tokio 2020 zwischen Titelverteidiger Franz Anton und dem Augsburger fast entschieden. Der Leipziger zog direkt nach dem ersten Lauf ins Halbfinale ein und hat sein Ziel mit der Olympia-Qualifikation nahezu erreicht. Für Tasiadis bleibt nur eine minimale Chance für Olympia: Sein Augsburger Vereinskollege Florian Breuer, der als Neunter über die Hoffnungsrunde den Sprung ins Semifinale schaffte, müsste vor Titelverteidiger Franz landen. Dann fährt Tasiadis nach Tokio.

Bei den Frauen reichte Ricarda Funk aus Bad Kreuznach im Kajak-Einer die sechstbeste Zeit zum Weiterkommen. Die Europameisterin aus dem Vorjahr, die ihr Tokio-Ticket bereits sicher hat, leistete sich anders als ihre fehlerfreien Teamkolleginnen Jasmin Schornberg (Hamm) und Elena Apel (Augsburg) eine Torstangenberührung. Damit sind alle sechs deutschen Starter eine Runde weiter gekommen.

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