Düsseldorf (dpa) - Am Dienstagabend beginnt die Heim-WM in Düsseldorf auch für die deutschen Tischtennis-Stars. Zum Auftakt haben sich Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll und Co. erst einmal nur mögliche spätere Gegner in Dutzenden von Qualifikationsrunden angeschaut.

Das Doppel Timo Boll und Ma Long (China) oder auch das Mixed aus der deutschen Nummer eins Petrissa Solja und dem Chinesen Fang Bo steigen aber bereits am zweiten Tag in die Wettkämpfe ein.

"Wir würden natürlich gern die deutschen Fahnen hier am Samstag, Sonntag oder Montag bei den Siegerehrungen hängen sehen. Unser Ziel ist ganz klar, Medaillen zu holen", sagte Männer-Bundestrainer Jörg Roßkopf bei einer Pressekonferenz des deutschen Teams. "Wir haben Top-Spieler, deshalb müssen wir uns so hohe Ziele setzen. Die Spieler sind sehr gut vorbereitet. Es wird Zeit, dass das Turnier losgeht."

Besonders stressig wird der Dienstagabend für die Weltranglisten-14. Petrissa Solja. Sie spielt um 18.30 Uhr zunächst mit Fang Bo im Mixed und nur eine Stunde später an der Seite von Sabine Winter auch im Damen-Doppel. Die Doppel-Konkurrenz der Herren mit den Europameistern Patrick Franziska aus Saarbrücken und Jonathan Groth aus Dänemark, dem eingespielten deutschen Duo Ruwen Filus/Ricardo Walther sowie der Kombination aus der ehemaligen Nummer eins der Welt (Timo Boll) und der aktuellen Nummer eins der Welt (Ma Long) beginnt um 20.15 Uhr.

An diesen Ansetzungen wird bereits das Dilemma einer solchen Mammut-Veranstaltung mit insgesamt 608 Teilnehmern aus 108 Nationen deutlich: Es gibt einfach zu wenig Tische, um alle adäquat trainieren zu lassen. So gehen Boll und Ma Long am Dienstag ohne gemeinsame Trainingseinheit in den Wettbewerb, während Solja und Fang Bo immerhin schon zweimal zusammen an der Platte standen.

"Wir haben gestern Abend trainiert und heute Mittag", sagte die 23-Jährige am Montag. "Heute lief es deutlich besser als gestern. Vielleicht war ich gestern einfach zu nervös, weil ich neben einem großen Namen wie Fang Bo stand." Der WM-Zweite von 2015 habe ihr immerhin "viel Mut zugesprochen und mir auch keine Vorwürfe gemacht, wenn ich mal einen Fehler gemacht habe. Ich hoffe aber eh nur, dass morgen seine Vorhand kommt. Das reicht dann schon aus".

Wer ihr Gegner sein wird, muss erst noch in der Qualifikation ermittelt werden. Boll und Ma Long wissen immerhin schon, dass sie zunächst auf die beiden Ungarn Tamas Lakatos und Krisztian Nagy treffen werden und dann möglicherweise bereits in der dritten Runde am Donnerstag auf die Topfavoriten Fan Zhedong und Xu Xin aus China.

"Wir tun gut daran, uns erst einmal nur auf die erste Runde zu konzentrieren und nicht schon auf die dritte. Wir müssen aufpassen auf diese Gegner", sagte Boll. Generell geht der 36-Jährige aber zuversichtlich in diese WM. "Ich fühle mich gut in Form. Deutlich besser als noch vor einem Jahr bei den Olympischen Spielen."

Da gewannen die Deutschen jeweils eine Medaille in den Mannschafts-Wettbewerben. "Jetzt ist es an der Zeit, diese Ergebnisse zu bestätigen", sagte Richard Prause, der Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes, am Montag. "Ein neuer olympischer Zirkel hat begonnen. Wir haben immer noch ein sehr starkes Team. Aber wir versuchen gleichzeitig schon, Spieler mit weniger Erfahrung an das Team heranzuführen. Das deutsche Tischtennis darf nicht nur an die Jahre 2016 und 2017 denken, sondern auch an 2020 oder später."

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