Frankfurt/Main (dpa) - DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius wird nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" nicht an der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes an diesem Freitag teilnehmen.

Die "SZ" zitiert aus einer E-Mail von Curtius an seine Präsidiumskollegen vom Donnerstag, wonach er damit dem "Wunsch eines Präsidiumsmitglieds" folge. Curtius war am Donnerstag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Der DFB teilte auf dpa-Anfrage mit, "die personellen Spekulationen in den Medien" nicht zu kommentieren.

Hintergrund sind der "SZ" zufolge tiefgreifende Differenzen zwischen Curtius und DFB-Präsident Fritz Keller. Dieser wünsche demnach die Auflösung des Vertrages von Curtius.

Der 44-jährige Curtius übt beim DFB seit 2016 das Amt des Generalsekretärs aus, zuvor war er als Leiter des Büros des damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach tätig. Laut "SZ" hat Curtius seinen Präsidiumskollegen geschrieben, dass er am Mittwoch gemeinsam mit Keller versucht habe, bestehende Missverständnisse zu bereinigen. Leider habe man in dem Gespräch noch keine belastbare Lösung gefunden. Er habe Keller eine gemeinsame Mediation vorgeschlagen.

Der Verband erlebt derzeit unruhige Zeiten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte zuletzt Geschäftsräume des DFB sowie Privatwohnungen von mehreren aktuellen und ehemaligen Verbandsfunktionären durchsuchen lassen. Dabei ging es um den Verdacht der Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen. Der DFB hat inzwischen etwa 4,7 Millionen Euro nachgezahlt, dies spielt bei den Ermittlungen aber keine Rolle.

Keller hatte sich zuletzt "weiterhin von der Unschuld der Verantwortlichen des DFB überzeugt" gezeigt. Curtius soll sich in seiner Mail an das Präsidium überzeugt zeigen, dass die Ermittlungen eingestellt werden. Sollte er wegen einer Verfehlung während seiner Tätigkeit beim DFB verurteilt werden, werde er sämtliche Ämter sofort zur Verfügung stellen, schrieb er demnach.

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