Frankfurt/Main (dpa) - Für die Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag zeigen die Empfehlungen der unabhängigen Prüfkommission der WADA im Fall Russland "eine erhebliche Schärfe hinsichtlich der vorgeschlagenen Sanktionen".

Bisher handele es sich bei diesem Katalog nur um eine Empfehlung für das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur. "Mit anderen Worten: Die Messen sind noch nicht gesungen", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei hinlänglich bekannt, dass IOC-Präsident Thomas Bach von einem Ausschluss Russlands wenig halte und diese Botschaft nicht nur die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees im WADA-Exekutivkomitee erreichen werde. "Sollte das Gremium aber auch nur einen Millimeter von den Empfehlungen abweichen, wäre das nicht nur eine ausgesprochene Respektlosigkeit gegenüber der hochkarätig besetzten Prüfkommission", sagte Freitag.

Die Prüfkommission hat die am Vortag veröffentlichte Empfehlung ausgesprochen, wegen der Manipulation von Dopingdaten aus dem Moskauer Analyselabor die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA wieder zu sperren. Zudem sollen Russlands Athleten bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio und den Winterspielen 2022 in Peking nur als neutrale Athleten ohne Nationalflagge starten dürfen. Die Kommission schlug außerdem einen Vier-Jahres-Bann Russlands als Gastgeber großer internationaler Sportveranstaltungen vor.

Die WADA-Exekutive entscheidet auf ihrer Sitzung am 9. Dezember in Paris endgültig über Sanktionen gegen Russland.

WADA-Mitteilung vom 25. November 2019