Hamburg (dpa) - Das australische IOC-Mitglied John Coates hat Spekulationen zurückgewiesen, dass bis Ende Mai über eine mögliche Absage der Olympischen Spiele im Sommer in Tokio wegen der Coronavirus-Pandemie entschieden werden soll.

"Das war nie die Position des IOC", sagte der Leiter des Koordinierungsteams für die Tokio-Spiele im Internationalen Olympischen Komitee dem "Sydney Morning Herald".

Der frühere IOC-Vizepräsident Richard Pound aus Kanada hatte vor einem Monat den Mai als mögliche Frist für eine Absage genannt. "Es war die Idee von Dick", sagte Coates und betonte: "Es sind noch vier Monate Zeit." Der 69-Jährige gab sich zuversichtlich, dass die Olympischen Spiele trotz der Corona-Krise wie geplant durchgeführt werden können: "Sie werden am 24. Juli beginnen." Insgesamt werden zu den Wettkämpfen bis zum 9. August etwa 11.000 Athletinnen und Athleten in Japan erwartet.

Die IOC-Exekutive berät am Dienstag und Mittwoch in mehreren Telefonschalten über das weitere Vorgehen in der Coronakrise. Dabei werden die IOC-Spitzenfunktionäre den "Informationsaustausch mit Athletenvertretern, Nationalen Olympischen Komitees und internationalen Verbänden vorbereiten", wie ein Sprecher mitteilte. Zentrales Thema dieser Beratungen dürften die Olympischen Spiele in Tokio sein, die am 24. Juli eröffnet werden sollen. Eine Entscheidung über eine Verschiebung oder Absage der Sommerspiele ist jedoch nicht zu erwarten.

Zuletzt hatten IOC-Präsident Thomas Bach und Japans Premierminister Shinzo Abe noch einmal bekräftigt, dass die Olympischen Spiele trotz der rasanten weltweiten Verbreitung des Coronavirus stattfinden sollen. Allerdings hatte Bach am vergangenen Donnerstag in den ARD-"Tagesthemen" eingeräumt, dass das IOC auf die Weltgesundheitsorganisation hören wolle. Sollte die WHO zu einer Absage raten, würden die Olympia-Verantwortlichen dem folgen.

Internationale Olympische Komitee