Rio de Janeiro (dpa) - Das wichtigste Infrastrukturprojekt der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, die Metrolinie Richtung Olympiapark, droht nicht rechtzeitig fertig zu werden.

Zum einen gibt es akute Finanzierungsprobleme, da die Linie 4 rund eine Milliarde Real (242 Millionen Euro) teurer werden könnte als geplant, berichtete die Zeitung Globo. Zudem gebe Brasiliens Finanzministerium zugesagte Gelder bisher nicht frei, was die Bauarbeiten weiter verzögern kann.

Ohne Fertigstellung der Linie in den 30 Kilometer von der Copacabana entfernten Stadtteil Barra droht ein Transportchaos, da es nur wenige Schnellstraßen dorthin gibt. Lange Staus und beschwerliche Anreisen für Touristen wären die Folge. Die Linie 4 soll von Ipanema nach Barra führen. Es gab zuletzt wiederholt Probleme bei Tunnelarbeiten. Die Linie soll bis zu 300 000 Menschen pro Tag transportieren.

Die Spiele beginnen am 5. August, zuvor muss es noch einen Testbetrieb geben. Ursprünglich sollte die Linie 8,5 Milliarden Real kosten, nun könnten es 9,7 Milliarden Real (2,3 Milliarden Euro) werden. Durch die heftigste Rezession seit 1990 und den Wertverlust des Real gegenüber dem Dollar sind die Organisatoren der Spiele zum Sparen gezwungen - als eine Maßnahme könnten die Athleten für den Gebrauch von Klimaanlagen zur Kasse gebeten werden. Das Gesamtbudget - Sportstätten, Infrastruktur, private und öffentliche Gelder - beträgt 38,7 Milliarden Real (9,35 Milliarden Euro) und soll eingehalten werden, um nicht neue Proteste der Bevölkerung gegen die Kosten auszulösen.

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