Moskau (dpa) - Trotz der vorläufigen Sperre glaubt Russlands Sportminister Witali Mutko an eine Startgenehmigung für die russischen Leichtathleten bei den Olympischen Spielen im August.

Wir haben alles dafür getan, damit die Sperre aufgehoben wird, sagte Mutko in einem Interview des Magazins Der Spiegel. Russlands Leichtathletik ist nach umfangreichen Dopingenthüllungen derzeit vom Weltverbandes IAAF suspendiert, seit Wochen gibt es in dem Land zudem quer durch alle Sportarten zahlreiche Fälle mit der seit diesem Jahr verbotenen Substanz Meldonium.

Aus Mutkos Sicht steht das Präparat zu Unrecht auf der Dopingliste. Es wird bei uns häufig gegen Herzprobleme und zur Prophylaxe verschrieben. Es ist kein schreckliches Anabolikum, es hilft bloß bei der Erholung, sagte er. Mutko hatte zuvor bereits zurückgewiesen, dass es sich dabei um ein vorwiegend russisches Problem handele.

Der Sportminister betonte, sein Land setze derzeit Reformen in der Dopingbekämpfung um. Wir haben Funktionäre und verdächtige Trainer ausgewechselt. Unsere Leichtathleten haben das moralische Recht, in Rio dabei zu sein. Über einen möglichen Olympia-Ausschluss der russischen Leichtathleten soll am 17. Juni entschieden werden.