Shenzhen (dpa) - Am Dienstag stand Anna-Lena Grönefeld wieder auf dem Trainingsplatz. Während sich Angelique Kerber, Julia Görges und Co. längst in den Urlaub verabschiedet haben, ist die Saison für die gebürtige Nordhornerin noch im vollen Gange.

Grönefeld vertritt die deutschen Farben bei den WTA Finals im chinesischen Shenzhen, ist mit der Niederländerin Demi Schuurs in der Doppelkonkurrenz dabei. "Hier beim Jahresabschluss der Besten zu sein, ist schon eine tolle Sache", sagte Grönefeld der Deutschen Presse-Agentur.

Und der Auftakt verlief verheißungsvoll. Gegen das an Nummer eins gesetzte Duo Elise Mertens aus Belgien und Aryna Sabalenka aus Weißrussland gewannen Grönefeld und Schuurs etwas überraschend mit 7:5, 1:6, 10:7 und machten damit einen ersten Schritt in Richtung Halbfinale. "Wenn wir hier sind, wollen wir auch so weit wie möglich kommen", sagte die Doppelspezialistin, die inzwischen in Hannover lebt.

Seit 2012 konzentriert sie sich ausschließlich auf das Doppel, "weil mir das Einzel einfach keinen Spaß mehr gemacht hat". Verletzungen, Ärger mit ihrem langjährigen und in der Szene umstrittenen Trainer Rafael Font de Mora - Grönefeld wollte einfach nicht mehr so weitermachen. Also stand sie vor der Wahl, ihre Karriere entweder zu beenden oder noch als Doppel- und Mixed-Spielerin auf der Tour unterwegs zu sein.

Sie entschied sich für das Leben als Doppelspezialistin und hat die Entscheidung nicht bereut. "Es macht mir immer noch sehr viel Spaß, ich habe immer gerne Doppel gespielt." Vor zwei Jahren war sie schon einmal für die WTA Finals qualifiziert, der Spaß war damals in Shanghai aber schnell vorbei. Mit der Tschechin Kveta Peschke verlor sie gleich die erste Partie in einer knappen Stunde Spielzeit. Weil 2017 noch im K.o.-Modus gespielt wurde, war Grönefeld schnell wieder zu Hause.

In Shenzhen wird wie in der Einzelkonkurrenz zunächst in zwei Gruppen mit jeweils vier Doppeln gespielt, drei Begegnungen sind damit garantiert. Und nach dem Sieg am Montag haben Grönefeld und Schuurs gute Chancen, bei der mit 14 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung das Halbfinale zu erreichen. Ein Sieg gegen Timea Babos aus Ungarn und die Französin Kristina Mladenovic am Mittwoch könnte dafür vielleicht schon reichen.

Dabei spielen Grönefeld und Schuurs erst seit April zusammen, schon das Ticket nach Shenzhen war daher ein großer Erfolg. "Wir ergänzen uns sehr gut. Ich versuche, von der Grundlinie Druck zu machen, Demi spielt am Netz die Volleys", sagte Grönefeld zur Aufgabenteilung des Duos, das auch abseits des Platzes gut befreundet ist.

Mit der Qualifikation für die WTA Finals verlief das Jahr 2019 für die Fed-Cup-Liebhaberin damit sehr erfolgreich. Ob sie auch 2020 noch auf der Tour unterwegs sein wird, lässt Grönefeld noch offen. "Das werde ich in Ruhe beschließen, wenn diese Saison vorbei ist", sagte Grönefeld. Der Fokus liegt erst einmal ganz auf Shenzhen.

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