Berlin (dpa/tmn) - Im Pflegeheim kommt es zwischen Pflegekräften und Pflegebedürftigen immer mal wieder zu Konflikten. Aus Angst vor negativen Folgen schweigen Heimbewohner aber oft lieber.

Dabei sollte man Probleme oder Mängel zunächst mit der Pflegekraft oder Pflegedienstleitung vor Ort besprechen. Dazu rät die Stiftung Warentest in der Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 9/2019). Die Heimleitung sollte erst einbezogen werden, wenn sich keine Einigung mit den Pflegekräften ergibt.

Darüber hinaus können Betroffene auch das Gespräch mit ihrem Heimbeirat oder Heimfürsprecher suchen. Sie vertreten die Interessen der Bewohner gegenüber der Heimleitung. Neben Pflegebedürftigen können auch Angehörige oder andere externe Personen in den Beirat gewählt werden. Laut Experten haben Außenstehende oft mehr Mut, sich kritisch zu äußern. Gibt es keinen Beirat, übernimmt ein von der Aufsichtsbehörde ernannter Heimfürsprecher dessen Aufgaben.

Bei Mängeln haben Heimbewohner das Recht auf eine Minderung ihrer Entgelte. Dafür sollten sie aber die Probleme gut dokumentieren und dem Pflegeheim am besten schriftlich darlegen. Darin sollte man den Heimbetreiber dazu auffordern, Mängel zu beheben, und gleichzeitig ankündigen, andernfalls den eigenen Anteil am Heimentgelt zu reduzieren.

Wenn sich keine Verbesserungen zeigen, sollte man eine Beschwerde bei der Pflegekasse oder der zuständigen Heimaufsicht erwägen. Scheitern am Ende alle Bemühungen, können Pflegebedürftige bis zum dritten Werktag jeden Monats zum Ende desselben Monats ordentlich kündigen. Bei wichtigen Gründen wie Vertrauensbrüchen durch das Personal oder mangelhafter Pflege entfällt diese Kündigungsfrist.

Informationen zum Thema Pflegeheim (Stiftung Warentest)