Foxborough (dpa) - Der deutsche Football-Profi Jakob Johnson hat eine sehr differenzierte Meinung zur NFL-Saison während der Corona-Pandemie.

"Jeder sollte sich im Klaren sein, dass das Risiko recht hoch ist, wenn du während einer Pandemie eine Vollkontaktsportart spielst", sagte der Profi der New England Patriots drei Tage nach seinem 26. Geburtstag am vergangenen Dienstag. "Es gibt Mitspieler, die haben seit sechs Monaten ihre Kinder nicht gesehen, weil sie konsequent sich selbst im Hotel isolieren, um ihre Familien nicht zu bedrohen. Gleichzeitig ist Football der Weg, wie sie ihre Familien ernähren und vorhaben, ihren Kindern was zu hinterlassen", sagte der Stuttgarter.

Seit dem Beginn der Vorbereitung im August haben sind mehr als 500 Personen in der NFL positiv auf das Coronavirus getestet worden. In einigen Mannschaften waren mehr als zehn Spieler gleichzeitig infiziert. Die Denver Broncos beispielsweise mussten eine Partie ohne richtigen Quarterback austragen, weil alle Profis auf dieser Position wegen der Corona-Regeln in der NFL nicht spielberechtigt waren.

"Ich denke, dass positive Fälle sich nicht vermeiden lassen. Am Ende des Tages muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er das Risiko eingeht oder nicht", sagte Johnson. Für junge Spieler wie ihn selbst wäre es sehr schwierig, auf ein Jahr zu verzichten und sich nicht beweisen zu können. "Es muss jeder selber entscheiden, wie viel er bereit ist zu opfern, um in der NFL spielen zu können."

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