Bei Norovirus-Verdacht: Eltern sollten Mundschutz tragen

28.09.2012, 11:25

Bonn - Mehrere tausend Schulkinder in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen sind an Durchfall und Erbrechen erkrankt. Nach dem Verursacher wird noch geforscht. Wie Eltern bei Verdacht auf das Norovirus richtig reagieren - hier mehr dazu.

Besteht bei kranken Kindern der Verdacht, dass sie sich das Norovirus eingefangen haben, besorgen Eltern sich besser einen Mundschutz, um sich nicht anzustecken. Angehörige eines Erkrankten dürfen vor allem nicht in Berührung mit Erbrochenem kommen. "Eine Noroviren-Infektion läuft primär als Erbrechenserkrankung ab, die erbrochene Flüssigkeit ist hoch ansteckend", erläutert Peter Walger, Infektiologe der Uniklinik Bonn. "Der Kontakt zu Erbrochenem muss daher auf null reduziert werden."

Wer einem Kind hilft, das sich übergeben muss, sollte darauf achten, keine Spritzer abzubekommen. Dazu schützt man sich Walger zufolge am besten mit einem Mundschutz und Einweghandschuhen. Außerdem ist es wichtig, sich nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Erreger über den Mund in den Magen gelangen und dort die Erkrankung auslösen, sagt der Infektionsexperte des Berufsverbands Deutscher Internisten.

Weiteres wichtiges Hilfsmittel sei ein Desinfektionsmittel auf alkoholischer Basis. Damit lassen sich die Krankheitskeime auf Händen, Türklinken, Telefonhörern oder anderen Flächen abtöten. Auch Desinfektionstücher bieten sich an.

Eine Noroviren-Infektion läuft Walger zufolge "kurz und heftig" ab. Normalerweise müsse sich der Erkrankte etwa ein bis eineinhalb Tage übergeben. Dann flaue das Erbrechen ab, manchmal folgt Durchfall. Kinder seien nach zwei Tagen meist wieder fit. "Die Krankheit ist ohne Arzt ganz gut zu managen."

Gehe sie allerdings mit Fieber einher und sehr heftig, sei der Patient doch ein Fall für den Arzt. Das gelte auch, wenn der Betroffene Begleiterkrankungen wie Diabetes hat. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Kranke den Flüssigkeits- und Salzverlust aufgrund des Übergebens ausgleicht. Eine andere Behandlungsmöglichkeit gebe es nicht.