Ramsau (dpa) - Tino Edelmann hat mit seinem vierten Platz für die große Überraschung beim dritten Weltcup der nordischen Kombinierer in Ramsau gesorgt.

Platz vier ist absolut unerwartet. Ich habe die vergangenen Wochen vorwiegend allein trainiert und hatte keine Ahnung, wie meine Laufform im Vergleich zur Weltspitze ist. Dass am Ende nur ein paar Zentimeter zum Podest fehlten, ist schade. Den drittplatzierten Riiber wollte ich noch knacken, sagte der 30 Jahre alte Team-Weltmeister aus Zella-Mehlis. Edelmann hatte wegen der Geburt seines ersten Sohnes Frederik auf die ersten Weltcups des Winters verzichtet und war am Samstag unbelastet ins Rennen gegangen.

Neben Edelmann landeten noch Sotschi-Olympiasieger Eric Frenzel (Oberwiesenthal) als Siebter, Fabian Rießle (Breitnau) im Gelben Trikot als Neunter und Manuel Faißt (Baiersbronn) als Elfter unter den ersten Zwölf.

In dem Renn-Krimi hatten die Norweger mit ihrem Dreifach-Erfolg von Routinier Magnus Moan vor dem neuen Weltcup-Spitzenreiter Magnus Krog und dem erst 18-jährigen Sprunglaufsieger Jarl Magnus Riiber das beste Ende für sich. Gratulation dafür. Uns fehlte heute etwas Glück. Wäre Fabian Rießle nicht am letzten Anstieg gestürzt, wäre er aufs Podium gelaufen. Das ist schon ärgerlich. Wieder einmal hat uns ein Sturz kurz vor dem Ziel um den Lohn der harten Arbeit gebracht. Denn alle unsere Burschen sind gut gelaufen, schätzte Chef-Bundestrainer Hermann Weinbuch ein, der für Edelmann ein Extra-Kompliment hatte. Offensichtlich hat er die Baby-Pause gut genutzt, erklärte Weinbuch mit einem Lächeln. Das bringt noch mehr Konkurrenz in die Mannschaft.

Richtig erklären konnte sich Edelmann - auf der Schanze nur 18. - seinen Gala-Auftritt auf der Laufstrecke nicht, bei dem ihn auch ein Stockbruch nicht entscheidend aufhalten konnte. Dabei habe ich kaum Zeit verloren. Aber meine Taktik ist aufgegangen. Ich wollte versuchen, mit Magnus Krog und Magnus Moan mitzulaufen, die unmittelbar hinter mir auf die Strecke gingen. Das ging erstaunlich gut, berichtete er.

Rückschlüsse aus seinem Solo-Training in den vergangenen Wochen hatte er nämlich nicht. In Testwettkämpfen mit dem B-Kader sah ich zwar gut aus, doch solche Quervergleiche sind schwierig. Immerhin sind die jungen Burschen noch nie im Weltcup gestartet, meinte Edelmann.

Nach dem überlegenen Auftritt von Junioren-Weltmeister Riiber auf der Schanze hatten die Verfolger Akito Watabe und Eric Frenzel den Norweger auf der dritten von vier Laufrunden eingeholt. Zwei Kilometer vor dem Ziel schlossen zehn weitere Verfolger auf, die in einem Massenspurt die Podestplätze unter sich ausmachten. Am Sonntag steht in Ramsau das letzte Weltcuprennen dieses Jahres auf dem Programm.