Frankfurt/Main (dpa) - Die staatliche Förderbank KfW tritt trotz erfolgreicher Geschäfte auf die Kostenbremse.

Das Institut, das konzernweit 6400 Mitarbeiter beschäftigt, plant ein Vorruhestandsprogramm und will auf die Besetzung von Planstellen verzichten, wie Vorstandschef Günter Bräunig am Mittwoch in Frankfurt sagte. Es handele sich nicht um einen Nettoabbau, sondern um die Dämpfung des Stellenaufbaus, betonte Bräunig. Das Programm soll bis 2022/2023 umgesetzt werden.

Im vergangenen Jahr steigerte die KfW ihren Konzerngewinn kräftig auf 1,64 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,43 Mrd). "Allerdings profitiert der Konzerngewinn von außergewöhnlich positiven Effekten im Bewertungsergebnis", sagte Bräunig. Positiv schlug sich unter anderem eine niedrige Vorsorge für ausfallgefährdete Kredite nieder. Das operative Ergebnis sei aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus dagegen weiter rückläufig.

Angesichts dieser Entwicklung tritt die KfW auf die Bremse. Die Kosten seien in den vergangenen Jahr substanziell gestiegen - auch wegen regulatorischer Vorgaben, erläuterte Bräunig. Allein dafür bezifferte der Vorstandschef die Kosten im vergangenen Jahr auf 350 Millionen Euro. Jetzt wolle die Förderbank zu ihrem ursprünglichen Ziel zurück, wonach die Kosten maximal um 3 Prozent jährlich steigen sollen.

Auf großes Interesse stößt den Angaben zufolge das neue Baukindergeld. Seit Mitte September 2018 seien bislang 83 000 Anträge eingegangen. Die neue Förderung, die der früheren Eigenheimzulage ähnelt, komme vor allem junge Familien mit niedrigem Einkommen zugute. 60 Prozent der Haushalte verfügen demnach über ein zu versteuerndes Einkommen von unter 40 000 Euro.

Im vergangenen Jahr verringerte sich das Fördervolumen der Bankengruppe angesichts der robusten Konjunktur und der allgemein guten Finanzierungsbedingungen. Das Institut, das dem Bund (80 Prozent) und den Ländern (20 Prozent) gehört, sagte insgesamt Fördergelder im Volumen von 75,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 76,5 Mrd) zu.

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