Frankfurt/Main (dpa) - Die Lufthansa will den Status der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (Ufo) als Gewerkschaft gerichtlich überprüfen lassen. Ein entsprechender Antrag sei beim Landesarbeitsgericht Frankfurt eingereicht worden, teilte der Dax-Konzern mit.

"Seit Monaten hat die Gewerkschaft keinen vertretungsberechtigten Vorstand eingesetzt und ist damit nicht in der Lage, ihre Rolle als Tarifpartner auszufüllen", begründet das Unternehmen sein Vorgehen. Dies sei aber im Interesse der mehr als 20.000 Flugbegleiter notwendig.

Lufthansa und ihre Tochter Eurowings lehnen es seit Monaten ab, mit der Ufo Tarifverhandlungen zu führen. Vorangegangen ist ein heftiger Führungsstreit in der Spartengewerkschaft, in dessen Verlauf zahlreiche Mitglieder des Vorstands wie auch des Beirates zurückgetreten sind, darunter der langjährige Gewerkschaftschef Nicoley Baublies. Es gab gegenseitige Vorwürfe der Untreue und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Die Ufo hat wegen der Zweifel an ihrer Führung eine bereits begonnene Urabstimmung über Streiks des Kabinenpersonals bei Eurowings ausgesetzt.

Ufo-Vize Daniel Flohr bezeichnete das Vorgehen des Unternehmens als weiteren Versuch, Tarifverhandlungen und Streiks zu verzögern sowie die Belegschaft zu verunsichern. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" gibt es zwischen den Parteien auch Streit um die Höhe der Gewinnbeteiligung des Kabinenpersonals für das laufende Jahr. Die Ufo müsse sich keine Sorgen um ihren Gewerkschaftsstatus machen, sagte Flohr. Das werde schon das Arbeitsgericht Frankfurt anerkennen, das am 25. September entscheidet, ob Ufo Tarifverträge bei der Lufthansa rechtmäßig gekündigt hat.