Bonn (dpa) - Im Tarifstreit bei der Post hat die möglicherweise entscheidende Verhandlungsrunde begonnen. Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter kamen in Bonn zusammen, um im vierten Anlauf eine Einigung zu erzielen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert sechs Prozent mehr Geld für die rund 130 000 Tarifbeschäftigten in Deutschland, die Post hat hierzu noch kein Angebot vorgelegt. Dies sorgt bei der Gewerkschaft für Unmut - mit Warnstreiks in einigen Städten erhöhte sie unlängst den Druck.

Das Treffen dauert planmäßig zwei Tage, eine Einigung schon am Montag war nicht zu erwarten. Diese könnte am Dienstag kommen. Darauf deutet auch hin, dass Verdi für Mittwoch vorsorglich die Mitglieder seiner Tarifkommission nach Bonn eingeladen hat - solch ein Gremium müsste zustimmen, bevor alle Verdi-Mitglieder bei der Post befragt werden.

Der Bonner Konzern steht wirtschaftlich gut da, was am boomenden Online-Handel und an globalen Express-Zustellungen liegt. Das Briefgeschäft ist hingegen rückläufig. Der Tarifvertrag von 2015 hatte zunächst ein Plus von 2 und später von 1,7 Prozent vorgesehen.