Magdeburg l Der Start hätte besser laufen können. Felix Dornebusch stand Montagmittag zunächst vor verschlossenen Türen. Gemeinsam mit einigen Spielern des 1. FC Magdeburg wartete er auf jemanden, der das Tor auf dem Parkplatz der MDCC-Arena öffnete.

Da Hilfe nicht in Sicht war, kletterte Sören Bertram kurzerhand über den Zaun und ließ seine Kollegen auf das Gelände. Dornebusch war mittendrin, obwohl selbst die FCM-Spieler von dessen Anwesenheit zunächst überrascht wurden. In der Kabine folgte dann aber die Aufklärung von Coach Stefan Krämer und Torwarttrainer Matthias Tischer. „Felix trainiert erst mal eine Woche bei uns mit“, erzählte Tischer.

Dornebusch für Bochum in der 2. Liga im Tor

Dornebusch ist momentan vereinslos, stand bis zum Sommer bei VfL Bochum unter Vertrag. „Ich freue mich, wieder bei einer Mannschaft zu sein und bin dankbar, dass ich mittrainieren darf“, sagte er.

Der 25-Jährige hat bisher neun Zweitliga- und 38 Regionalligaspiele auf seinem Konto. „In Bochum hatte ich erst Ende April ein Gespräch. Leider lief es nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Der VfL hat klar gesagt, dass er auf Manuel Riemann setzen will. Für mich war das das Zeichen zu gehen“, betont er.

Angebote lehnte er in den vergangenen Wochen ab. Zuletzt hielt er sich bei Borussia Dortmund fit: „Ich bin dort zwischen den Mannschaften hin- und hergesprungen, war auch oft beim U-19-Team.“

Personalnot nach Brunst-Ausfall

Für den FCM ergibt die zeitlich zunächst befristete Verstärkung durchaus Sinn: Nach dem Ausfall von Stammkeeper Alexander Brunst, dem der Blinddarm entfernt wurde, sahen sich die Verantwortlichen zum Handeln gezwungen. Zwar helfen momentan mit Tom Schlitter und Lukas Böhm zwei U-19-Torhüter aus und unterstützen damit die etatmäßige Nummer 2, Morton Behrens. Bei einem weiteren Ausfall würde es aber richtig eng werden. Tischer nannte zudem einen weiteren Grund. „Unsere U-19-Keeper sind schulpflichtig, deshalb haben wir eine Fürsorgepflicht. Wir müssen immer mit der Schule absprechen, wenn beispielsweise Tom Schlitter bei einem Freitagsspiel auf der Bank sitzt und dann vom Unterricht befreit werden muss.“

Der Kontakt zu Dornebusch kam über Tischers Netzwerk zustande. „Wir haben ihn am vergangenen Freitag gefragt und sind sehr froh, dass Felix bei uns ist. Er ist ein Top-Charakter“, sagte Tischer. Und: „Da wir nicht wissen, wie lange Alexander nach seiner Blinddarmoperation ausfällt, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden. Es ist eine Win-win-Situation.“

In der kommenden Woche will sich der FCM dann mit Dornebusch zusammensetzen und eine Entscheidung treffen, ob und wie es weitergeht. „Wir halten uns alles offen, schauen jetzt, wie es sich in dieser Woche entwickelt“, erklärte Tischer.

Schnelle Verpflichtung wäre durchaus möglich

Auch FCM-Sportchef Maik Franz freute sich über die Unterstützung durch Dornebusch: „Felix hat in Bochum über viele Jahre Erfahrung bei einem Zweitligisten gesammelt. Da er vereinslos ist, könnten wir ihn unter Vertrag nehmen. Das ist momentan zwar nicht zwingend geplant, aber auch nicht ausgeschlossen.“

Montag trainierte Dornebusch übrigens mit der Trikotnummer 33. Diese hat für ihn aber keine besondere Bedeutung. „Die Hose mit der Nummer lag einfach auf meinem Platz“, sagte er und lachte. Kurz darauf fand er aber doch noch einen interessanten Zusammenhang. „Ich hatte in der vergangenen Saison die Trikotnummer 32, da passt die 33 jetzt eigentlich ganz gut.“

In der kommenden Woche könnte sich entscheiden, ob er diese Nummer noch länger beim FCM tragen darf. Dann sollte auch der Zugang zur MDCC-Arena einfacher sein.

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