Magdeburg l FCM-Trainer Jens Härtel wechselte im Vergleich zum 0:0 in der 2. Liga in Aue gleich siebenmal. Torhüter Alexander Brunst, Nico Hammann, Christopher Handke, Richard Weil, Michel Niemeyer, Marius Bülter und Felix Lohkemper kamen neu in die Mannschaft. Jasmin Fejzic, Philip Türpitz, Dennis Erdmann, Steffen Schäfer, Aleksandar Ignjovski und Rico Preißinger waren dagegen nicht mal im Kader. Der Trainer vertraute wie in Aue auf das erprobte 3-4-3-System.

Das Spiel hätte aus FCM-Sicht kaum schlechter beginnen können. Nach einem Foul im Strafraum von Abwehrchef Hammann an Marvin Mehlem entschied Schiedsrichter Robert Schröder sofort auf Elfmeter (2.). Tobias Kempe ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte sicher zur Gästeführung (3.). Der Club brauchte aber nicht lange, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Angetrieben von den weiterhin lautstarken Zuschauern störten Christian Beck und Co. früh, um Darmstadt zu Fehlern zu zwingen.

Bülter hat die erste Chance

Die erste Gelegenheit hatte Bülter mit einem Schuss aus rund 16 Metern (11.). Zwei Minuten später jubelten die Fans bereits, als Niemeyer Darmstadts Torhüter Daniel Heuer Fernandes überwinden konnte und der Ball ins Tor trudelte. Schröder pfiff Niemeyer allerdings wegen einer Abseitsstellung zurück – eine umstrittene Entscheidung. Dass Schröder ganz sicher kein Heim-Schiedsrichter war, zeigte sich auch in der 22. Minute: Immanuel Höhn drückte Beck im Strafraum und brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Anstatt auf den Elfmeterpunkt zu zeigen, ließ er weiterspielen.

Es ging in einer guten Pokalpartie Schlag auf Schlag weiter. Nach einer Hammann-Ecke köpfte Beck und zwang Heuer Fernandes zu einer Glanzparade (26.). Der FCM dominierte die Partie, präsentierte sich spielerisch viel mutiger und wuchtiger als zuletzt in Aue. Darmstadt stand mit der Führung im Rücken tief und setzte auf Konter. Die Riesenchancen zum Ausgleich vergaben Björn Rother (32.) und Beck (33.). Das Härtel-Team hätte sich mindestens ein Tor in der ersten Hälfte verdient, ging aber viel zu fahrlässig mit den eigenen Chancen um.

Fans zünden Pyrotechnik

Zu Beginn der 2. Halbzeit standen zunächst die FCM-Fans im Mittelpunkt. Sie schwenkten nicht nur zahlreiche Fahnen, sondern brannten auch jede Menge Pyrotechnik ab.

Auf dem Rasen agierte Darmstadt zunächst nicht mehr ganz so passiv wie in den ersten 45 Minuten. Der FCM kam jetzt häufig einen Schritt zu spät und hatte Probleme, sich kontrolliert aus der eigenen Hälfte zu befreien. Wie in Aue wurden eroberte Bälle zu schnell wieder verloren. Nach einem schönen Spielzug nahm der starke Kempe die Kugel auf und zog direkt ab. Der Schuss landete allerdings im Aus (57.). Höhn traf eine Minute danach zwar ins FCM-Tor – diesmal wurde aber der Darmstädter wegen einer Abseitsposition zurückgepfiffen.

Doppelwechsel beim FCM

Der Club bemühte sich, das Spiel wieder in den Griff zu bekommen. Die Gäste hatten jetzt aber deutlich häufiger den Ball. Härtel reagierte nach gut einer Stunde mit einem Doppelwechsel: Für Lohkemper und Bülter kamen positionsbezogen Marcel Costly und Manfred Osei Kwadwo. Für Kwadwo war es das erste Pflichtspiel im FCM-Trikot.

Das Gästetor schien wie vernagelt zu sein. Eine weitere Riesenchance vergab Costly, als er sich durch den gegnerischen Strafraum dribbelte, frei zum Abschluss kam, aber Zentimeter links vorbeischoss (74.).

Ein weiteres Debüt feierte der eingewechselte Mergim Berisha, der für Tobias Müller kam (80.). Härtel riskierte jetzt alles, Magdeburg war aber natürlich für Konter anfällig. Nachdem Marcel Heller den Ball sicherte und Berisha ihn nicht stoppen konnte, hätte Handke bei seinem Rettungsversuch fast ins eigene Tor getroffen.

Hammann mit Freistoß-Chance

Die Spannung der Partie war trotz der in der zweiten Hälfte etwas abgeflachten Klasse greifbar. Härtel hielt es kaum noch auf seinem Stuhl. Immer wieder sprang er auf, gab Kommandos, fuchtelte mit den Armen und schlug diese vor den Kopf.

Drei Minuten vor Schluss bekamen die Hausherren rund 20 Meter vor dem gegnerischen Tor einen Freistoß. Standardspezialist Hammann trat an, der Schuss wurde aber zur Ecke abgelenkt. Diese trat wiederum Hammann und hätte fast die Vorlage zum Ausgleich gegeben, als Handkes Kopfball in der Mitte ganz knapp sein Ziel verfehlte (88.).

Die Zuschauer feuerten ihr Team  leidenschaftlich an. Am Ende blieb es aber beim unglücklichen 0:1 gegen Darmstadt.

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