Magdeburg l Mit ausgestreckten Armen bejubelte Christian Beck den 2:1-Siegtreffer des 1. FC Magdeburg in Großaspach. Eine gewisse Genugtuung war in diesem Moment spürbar. Für Beck persönlich nach langer Torflaute. Und für den Club, der durch den zweiten Sieg in Folge wieder die vorderen Tabellenplätze im Blick hat. Und es gibt Gründe, nach oben zu schauen:

 Stürmer

Die Zahlen sprechen für sich: Sören Bertram traf bisher achtmal und gab drei Vorlagen, Christian Beck kommt auf sieben Tore und vier Vorlagen – das sind 15 von 25 Toren in 17 Saisonspielen. Zuletzt litt Beck allerdings unter Ladehemmungen – blieb 680 Minuten ohne Tor. Diese Torlos-Serie beendete er jetzt in Großaspach. „Dass es das entscheidende Tor war, freut mich umso mehr. Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt, dass es die wichtigen Treffer sind, auf die es wirklich ankommt“, sagte FCM-Trainer Stefan Krämer.

Und Beck und Bertram sind in der Offensive enorm wichtig. Seit fünf Spielen sind sie immer an mindestens einem Treffer beteiligt. Diese Konstanz ist neu: In den zwölf Spielen zuvor blieben sie fünfmal ohne Torbeteiligung.

● Defensive

Nach dem wackligen Start gegen Braunschweig (2:4) hat sich die Defensive des FCM zu einem wahren Prunkstück entwickelt. Nur beim 1:2 beim FC Bayern II kassierte der FCM zwei Gegentreffer, ansonsten stand die Abwehr meist sicher. 15 Gegentreffer nach 17 Saisonspielen sind Liga-Bestwert – gemeinsam mit dem Halleschen FC. „Wir wollen uns aufbauend auf der defensiven Stabilität auch fußballerisch weiter verbessern. Die gute Defensive bleibt aber immer die Grundlage“, erklärt Krämer.

● Führungsspieler

Nach dem großen personellen Umbruch im vergangenen Sommer musste sich die Mannschaft erst finden, auch in ihrer Hierarchie. Dieser Prozess dauerte länger als geplant. Gerade in den Auswärtsspielen in Chemnitz (0:0), Jena (1:1) und Uerdingen (0:0) fehlten Spieler, die das Wort ergreifen, wenn es nicht läuft.

In den vergangenen Wochen hat die Mannschaft besser zueinander gefunden, es hat sich eine klare Hierarchie gebildet. Ganz vorne stehen die erfahrenen Führungsspieler Christian Beck, Sören Bertram, Jürgen Gjasula und Tobias Müller. Alle vier sind auch Teil des Mannschaftsrates.

Zuletzt in Großaspach war zu sehen, wie Gjasula seine Mitspieler in der Schlussphase immer wieder motivierte. „Ich habe den Jungs gesagt, dass wir weitermachen müssen, weil wir bestimmt noch mal eine gute Chance bekommen. Zum Glück war das dann auch der Fall“, sagte Gjasula.

● Kader

In Großaspach und auch in den Wochen zuvor wurde deutlich, dass die Verantwortlichen um Geschäftsführer Mario Kallnik, Sportchef Maik Franz und Trainer Stefan Krämer offensichtlich ein gutes Näschen bei den Transfers im Sommer hatten. Am Sonnabend standen sieben Neuzugänge in der Startelf. Zu Beginn der Saison gegen Braunschweig und in Zwickau waren es gerade mal drei beziehungsweise vier.

Die neuen Spieler wie Sören Bertram, Dominik Ernst, Thore Jacobsen, Morten Behrens, Brian Koglin und Jürgen Gjasula haben sich weiterentwickelt und ihr Können konstant nachgewiesen. Auch die Breite des Kaders stimmt: So konnte der FCM die Ausfälle von Torhüter Alexander Brunst, Vize-Kapitän Timo Perthel oder Jürgen Gjasula gut auffangen. Allein für Spielmacher Mario Kvesic fand der Club keinen passenden Ersatz in den eigenen Reihen.

„Die Jungs, die reingekommen sind, haben ihre Sache richtig gut gemacht und sind ja oft auch in der Mannschaft geblieben“, sagt Sportchef Maik Franz. Das gilt zum Beispiel für Leon Bell Bell, der monatelang gar nicht im Kader war, nach Perthels Verletzung aber seine Chance bekam und nutzte. Mittlerweile ist der 23-Jährige auf der linken Außenverteidigerseite gesetzt.

● Entwicklung

Nach dem durchwachsenen Start, spielerischen Problemen und acht Unentschieden bis Ende Oktober hat sich der FCM in den vergangenen Wochen deutlich stabilisiert. Die Mannschaft hat mehr Ballbesitz, entwickelt gerade zu Hause eine enorme Wucht. Und mit dem Dreier in Großaspach hat das Team endlich den zweiten Saisonsieg in Folge gefeiert.

Was auffällt: Der Club zeigt eine Gier, die Franz beim Team vor Wochen noch vermisste. „Der Sieg in Großaspach war wichtig für die Moral. Vor einigen Wochen hätten wir eine solche Partie wahrscheinlich nicht gewonnen“, sagt Jürgen Gjasula. „Es zeigt sich, dass wir uns entwickelt haben, dass wir jetzt bis zum Schluss an unsere Siegchance glauben.“

26 Punkte hat der FCM auf dem Konto, drei Spiele stehen bis Weihnachten noch an. Krämer will die Serie ausbauen: „Ein Ziel war immer, dass wir in diesem Jahr noch mal mehrere Spiele in Folge gewinnen.“

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