Magdeburg l Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat einem aktuellen Gnadengesuch des Drittligisten FC Hansa Rostock stattgegeben. Demnach entfällt der vom DFB-Sportgericht am 9. August 2017 verhängte Ausschluss der Rostocker Anhänger für die beiden Auswärtsspiele der 3. Liga beim 1. FC Magdeburg am 7. Spieltag (9. September) und beim FC Carl Zeiss Jena am 12. Spieltag. Die übrigen Teile der Gerichtsentscheidung bleiben bestehen. Der teilweise Straferlass für Hansa Rostock wird unter der Voraussetzung bewilligt, dass der Verein einen Betrag von 24.000 Euro an die Robert-Enke-Stiftung spendet.

"Mit der Entscheidung unterstreicht der DFB-Präsident noch einmal sehr deutlich, wie wichtig ihm der Dialog ist. Die anstehenden Gespräche mit Vertretern von Fan-Organisationen und Ultra-Gruppen sollen nicht durch zurückliegende und noch nicht vollzogene Beschlüsse über Kollektivstrafen belastet werden", erklärte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker in Frankfurt am Freitag. Nach § 34 der DFB-Satzung ist es dem DFB-Präsidenten erlaubt, über Gnadengesuche nach Bestrafungen durch DFB-Instanzen zu entscheiden.

Anfang der Woche hatte die Rostocker Fanszene Rostock in einem Brief mitgeteilt,  dass die eigentlich für das Spiel am 9. September (14.00 Uhr) ausgeschlossenen Hansa-Anhänger an fast 1000 Eintrittskarten gekommen seien. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Rostocker wegen erneuter Ausschreitungen mit Gästeblocksperren für die Drittliga-Partien in Magdeburg und beim FC Carl Zeiss Jena belegt. In dem Rostocker Brief hieß es: "Gemeinsam mit der Fanszene aus Magdeburg werden wir am 9. September ein Zeichen setzen. Jegliche Rivalität wird an diesem Tage außen vor bleiben und es wird Ziel sein u.a. dieses beispielhafte Urteil ad absurdum zu führen."