Magdeburg l In den vergangenen Wochen hatte Steffen Puttkammer Zeit – viel Zeit. Weil sich der SV Meppen, sein aktuelles Team, für drei Wochen in Quarantäne befand, verfolgte er häufig die Spiele anderer Drittligisten. Besonders die des 1. FC Magdeburg, bei dem er von 2013 bis 2017 spielte und zu den Publikumslieblingen gehörte. Vor seiner Rückkehr zum Drittliga-Kellerduell am Freitagabend um 19 Uhr betont er: „Das wird für mich immer ein besonderes Duell sein.“

"Eklig, gegen den FCM zu spielen"

Der 32-Jährige hat noch Kontakt in die Elbestadt, mit „Tischi“ (Torwarttrainier Matthias Tischer) auch einen „sehr guten Freund“ beim FCM. Doch nicht nur deshalb hat der Abwehrmann des SV Meppen die jüngsten Auftritte seines ehemaligen Clubs „ganz genau beobachtet“ und sagt: „Die Entwicklung ging absolut in die richtige Richtung. Man hat zuletzt gesehen, dass es eklig ist, gegen den FCM zu spielen.“

Eine Aussage, die auch Coach Thomas Hoßmang in seiner Arbeit bestätigt. Mit vier Punkten und nur zwei Gegentoren haben die Blau-Weißen die englische Woche ordentlich über die Bühne gebracht. „Wir waren sehr stabil, haben uns in der Grundformation gefunden. Alle haben gemerkt, dass es nur über die Gemeinschaft geht“, sagt der Trainer. „Wenn wir sehen, dass es funktioniert, gibt das neues Selbstvertrauen. Arbeiten wir jetzt weiter fleißig und demütig und sind nicht nachlässig, dann ist unser Weg vorprogrammiert.“

Sliskovic fehlt mehrere Wochen

Aus dem Tabellenkeller soll er führen, dieser Weg. Und mit einem Heimsieg gegen Meppen der nächste Schritt dafür gemacht werden. Dabei wird mit Luka Sliskovic aber ein wichtiger Offensivspieler fehlen. Der 25-jährige Österreicher wird mit einer Muskelverletzung „mehrere Wochen ausfallen“, wie der Verein mitteilte.

Unabhängig davon ist aber auch gegen das Schlusslicht kein Fußball-Leckerbissen zu erwarten. Dessen sind sich alle Beteiligten bewusst, auch Puttkammer: „Das wird ein Kampfspiel. Es wird auf die Zweikämpfe ankommen. Die Leichtigkeit haben weder wir noch der Club derzeit.“

Schwierige Zeit in der Quarantäne

Gerade Meppen machte zuletzt coronabedingt harte Wochen durch. Zwölf Spieler waren infiziert, „teilweise mit extremen Symptomen“, gibt Puttkammer einen Einblick. „Das war eine sehr schwierige Zeit. Gerade, weil wir nicht so gut aus den Startlöchern gekommen sind.“ Nach einem 0:3 gegen Dresden Ende Oktober musste der SVM in Quarantäne, war vom 9. bis zum 11. Spieltag zum Zuschauen verdammt. „Da konnten die anderen Teams punkten und wir steckten automatisch unten drin, weil wir ein paar Spiele weniger haben.“

Immer noch sind es drei weniger als der FCM. „Nach der ersten Enttäuschung sind wir aber noch enger zusammengewachsen und positiv geblieben“, sagt der 1,92 Meter große Innenverteidiger. Was das 2:0 gegen Ingolstadt am Montagabend bestätigte. „Wir wissen das einzuschätzen“, sagt Puttkammer. „Das war ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung.“ Aus dem Tabellenkeller ist es aber nach wie vor ein weiter Weg. Was für Meppen genau wie für Magdeburg gilt. „Es ist schade, dass der FCM da unten drin steckt, genau wie wir. Ich hoffe, dass beide schnell den Weg aus dieser Tabellenregion herausfinden.“ Drei Punkte kann es morgen trotz aller Verbundenheit aber nur für ein Team geben.

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