Magdeburg l Das Unternehmen FAM, 2014 in schwierigen Club-Zeiten als Rettungsanker eingestiegen, macht in der neuen Saison 2018/19 geräuschlos Platz für den Sportwettenanbieter „Sunmaker“.

"Zwei Seelen" in Petermanns Brust

„Zwei Seelen schlagen in meiner Brust“, sagt Lutz Petermann, FAM-Geschäftsführer und gleichzeitig FCM-Aufsichtsratsvorsitzender, zu dem Wechsel. Einerseits hatte „sein“ Unternehmen jahrelang kräftig in den Verein investiert und fürs kommende Spieljahr bereits eine weitere Vertragsverlängerung mit FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik ausgehandelt, andererseits stand immer fest, dass die Verantwortlichen Ausschau nach einem überregionalem Partner halten, um den nächsten Schritt einzuleiten.

Das ist nun geschehen. Und Petermann betont dabei, dass es sich um einen seriösen, börsennotierten Partner handele. Ein Partner mit Hauptsitz auf Malta, der bereits 2004 gegründet wurde, zuletzt schon Drittligisten wie Hansa Rostock, SC Paderborn, Chemnitzer FC, Preußen Münster und VfL Osnabrück unterstützte und künftig noch größer im Fußball einsteigen will. Davon profitiert nun der 1. FC Magdeburg, und das immerhin mit einem Dreijahres-Vertrag.

Guter Vertrag mit "Sunmaker"

Gleichzeitig beruhigt der Aufsichtsratsvorsitzende alljene Skeptiker, die Parallelen zur Kinowelt-Tochter Sportwelt (2002 insolvent) oder der „Luftnummer“ mit dem spanischen Anbieter „Asap“ sehen. „Wir haben mit ,Sunmaker‘ einen guten Vertrag abgeschlossen“, macht Petermann deutlich.

Zu den Konditionen meinte er vielsagend: „Die jährlichen Investitionen von FAM bewegten sich im niedrigen sechsstelligen Bereich, die von ,Sunmaker‘ im hohen sechsstelligen Bereich.“ So gesehen war der Wechsel alternativlos. „Wir hätten es auch gar nicht gewollt, denn es gibt keine Gegenleistung an dieser Stelle“, betont Petermann, der zudem einräumt, dass das Trikot-Sponsoring des finanziell nicht rosig dastehenden Förderanlagenbauers keine zusätzlichen Aufträge eingebracht habe.

FAM steigert Bekanntheitsgrad

Dafür, so Petermann, sei der Bekanntheitsgrad gestiegen, „was nicht in Geld zu bewerten ist“. Und noch etwas stehe für FAM, nämlich mit dem Logo auf der Brust am Aufschwung des Clubs beteiligt gewesen zu sein. „Bei uns sind nicht nur Fußballfans tätig, aber ein Großteil der Mitarbeiter hat den Weg des FCM schon mit einem gewissen Stolz begleitet“, so der 54-Jährige.

Und das Engagement von FAM ist ja keineswegs beendet, sondern es geht weiter, wenngleich nicht mehr in den bisherigen Größenordnungen. „Und sollte es mit ,Sunmaker‘ Probleme geben, stehen wir jederzeit für neue Gespräche bereit“, bietet Petermann an.

Kallnik lobt Zusammenarbeit mit FAM

Dass die Zusammenarbeit auch in für FAM schwierigen Zeiten immer gut gewesen sei, bestätigt FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik. „Wir waren immer in einem engen Austausch. An dem wirtschaftlichen Engagement gab es nie Zweifel. Es hat dabei geholfen, dass wir über die Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut haben.“

Eingefädelt wurde die Zusammenarbeit mit „Sunmaker“ unterdessen durch den Vermarkter Infront. „Es war ein Einzelgeschäft mit Infront. Die eigene Vermarktung geben wir nicht aus der Hand“, betont Kallnik. „Es gab bei den Gesprächen mit ,Sunmaker‘ von beiden Seiten eine große Offenheit.“

Regionale Wirtschaft ist der Anker

Dass der Club jetzt einen überregionalen Sponsor präsentieren konnte, spreche für die gute Entwicklung der vergangenen Jahre. „Darauf können wir stolz sein. Fest steht aber trotzdem, dass unser Anker weiterhin die regionale Wirtschaft ist“, versichert der Geschäftsführer.

Die Mischung aus regionalen und überregionalen Wirtschaftspartner stimme, der FCM sei im Gegensatz zu manch anderem Verein zudem nicht von einem Großsponsor abhängig.

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