Volksstimme: Herr Beck, als Stürmer definieren Sie sich über Tore. Wie lange hat Sie Ihre vergebene Großchance gegen Duisburg beschäftigt?
Christian Beck:
Nach vergebenen Chancen schlafe ich schon mal zwei, drei Tage schlecht. Das war auch diesmal so. Gerade gegen Duisburg war es für mich ärgerlich, weil ich viel Zeit hatte. Auch wenn ich mit meinem schwächeren rechten Fuß geschossen habe, sollte man erwarten, dass der Ball ins Tor geht.

Nach torlosen Spielen kommt schnell Kritik an Ihnen auf. Wie gehen Sie damit um?
Die Leute erwarten, dass ich in jedem Spiel treffe. Das würde ich mir zwar auch wünschen, es ist aber natürlich nicht immer machbar. Wenn ich dann schon nach einem Spiel kritisiert werde, hilft mir das nicht weiter. Das ist unangebracht, schließlich zerreiße ich mich seit Jahren für den Verein. Deshalb sollte man mir Phasen ohne Treffer verzeihen.

Was machen Sie, wenn Sie mal ein paar Monate torlos bleiben?
Solche Phasen sind für einen Torjäger immer schwer. Ich hatte das jetzt auch schon zwei-, dreimal. Ich halte es dann so, dass ich noch härter trainiere und versuche, positiv zu bleiben – auch wenn ich in solchen Phasen im Kopf etwas blockiert bin. Klar ist aber auch, dass ich mich daraus immer wieder befreit habe. Auch das ist eine Stärke.

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Der FCM ist mit elf Punkten nach acht Partien durchwachsen gestartet. Wieso läuft es bisher noch nicht rund?
Es sind ein paar Unentschieden zu viel, bei denen wir uns mehr erhofft hatten – darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. In Chemnitz und Jena hatten wir gegen die tief stehenden Gegner Probleme. Es bringt uns jetzt aber nichts, wenn wir uns verrückt machen. Positiv ist, dass wir uns als Mannschaft neben dem Platz gefunden haben und uns gut verstehen. Jetzt ist wichtig, auch auf dem Platz einige Abläufe noch zu trainieren. Das ist nach drei bis vier Monaten noch nicht abgeschlossen. Wir brauchen Zeit – und die sollte uns gegeben werden.

FCM-Trainer Stefan Krämer beklagte die hohe Erwartungshaltung. Müssen sich die Zuschauer mit einer Saison im Mittelmaß zufriedengeben?
Wir haben im Sommer einen großen personellen Umbruch gehabt, haben viele junge Spieler im Kader, die sich an den Club, an die Liga gewöhnen müssen. In dieser Liga kann man grundsätzlich nur schwer einen Aufstieg planen.

Wie groß ist die Sehnsucht nach dem Aufstieg?
Sicherlich würde ich gerne so schnell wie möglich mit dem FCM wieder in der 2. Bundesliga spielen. Geschäftsführer Mario Kallnik hat aber nicht umsonst gesagt, dass wir dieses Ziel innerhalb der kommenden drei Jahre erreichen wollen. Erstmal stehen jetzt 45 Punkte für den Klassenerhalt als erstes Ziel. Wenn wir diese Marke geknackt haben, sehen wir weiter, was noch möglich ist.

Vermissen Sie die 2. Liga?
Ich würde lügen, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich die 2. Liga nicht vermisse. Das geht aber, glaube ich, den Menschen in ganz Magdeburg so. Ich möchte gerne noch mal mit dem FCM in der 2. Liga spielen. Das ganze Drumherum ist größer – die Stadien, die Zuschauerzahlen, die Qualität der Teams. Gerade in meinem Alter wäre das ein Riesengeschenk für mich.

Was fehlt dem FCM momentan zu einem Spitzenteam?
Manchmal sind wir nicht clever genug, treffen die falsche Entscheidung oder sind nicht ruhig genug am Ball. Wir sind einfach noch in einer Lernphase. Ich mache mir aber keine Sorgen, weil ich fest davon überzeugt bin, dass wir mit der Zeit immer besser und stärker werden.

Wie bringen Sie sich als Kapitän ein?
Ich spreche viel mit den jungen Spielern und motiviere sie. Es ist aber natürlich auch wichtig, Defizite klar zu benennen. Am Ende liegt es an den Jungs, ihr Talent für den Verein auf den Platz zu bringen.