Magdeburg l Es war für den 1.  FC Magdeburg eine turbulente Saison, die im direkten Abstieg endet. In der ersten FCM-Zweitliga-Spielzeit der Vereinsgeschichte gab es ein paar positive, aber auch zahlreiche negative Erlebnisse. Ein Blick auf die Schlüsselmomente der letzten Monate:

Das erste Zweitliga-Tor:

● 5. August 2018  Der Start ins erste Zweitligaspiel der Vereinsgeschichte gegen den FC St. Pauli könnte kaum besser sein. In der 16. Minute ist es Christian Beck, der den FCM in Führung bringt. Die Freude über den Treffer und die gute Startphase hält allerdings nicht lange an. Der Club unterliegt am Ende mit 1:2.

Der erste Zweitliga-Sieg

● 30. September 2018: Bis zum achten Spieltag muss der FCM warten, dann endlich bricht der Bann: Der Club feiert beim 1:0 in Sandhausen den ersten Saisonsieg in der 2. Bundesliga. Torschütze ist wieder Christian Beck. „Der Zopf ist immer länger geworden, und es galt ihn abzuschneiden. Und das haben wir jetzt geschafft“, sagt Trainer Jens Härtel nach der Partie. Allerdings bleibt der Dreier in Sandhausen ein seltenes Erfolgserlebnis – bis zum Ende des Jahres 2018 wird kein weiterer Sieg für den FCM hinzukommen.

FCM verliert 0:3 gegen Union Berlin

Magdeburg/Berlin (dt) l Der 1. FC Magdeburg hat das Spiel gegen 1. FC Union in der 2. Bundesliga am Sonntag mit 0:3 verloren. Damit ist der Abstieg aus der 2. Liga für Magdeburg besiegelt.

  • Ein Spieler des 1. FC Magdeburgr sitzt nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld. Foto: Jörg Carstensen/dpa

    Ein Spieler des 1. FC Magdeburgr sitzt nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld. Foto: Jörg C...

  • FCM-Spieler Magdeburgs Tarek Chahed (l) und Joshua Mees von Union Berlin im Zweikampf. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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  • Marius Bülter (l) vom 1. FC Magdeburg und Unions Sebastian Polter beim Kopfball. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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  • Sebastian Andersson (M) von Union Berlin nimmt, eingeklemmt zwischen Timo Perthel (l) und Tobias Müller vom 1. FC Magdeburg, den Ball mit der Brust an. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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  • FCU-Spieler Florian Hübner (l) und FCM-Spieler Marius Bülter steigen hoch zum Kopfball. Foto: Jörg Carstensen/dpa

    FCU-Spieler Florian Hübner (l) und FCM-Spieler Marius Bülter steigen hoch zum Kopfball....

Die Trainer-Entlassung

● 12. November 2018: Nach vier Niederlagen in Folge und nur neun Punkten aus 13 Spielen haben die FCM-Verantwortlichen um Geschäftsführer Mario Kallnik genug. Am 12. November 2018 um 19.22 Uhr, einen Tag nach dem 2:3 zu Hause gegen Regensburg, entlässt der Club den langjährigen Erfolgstrainer Jens Härtel. Es ist das Ende einer Ära: Im Sommer 2014 kommt Härtel nach Magdeburg, steigt ein Jahr später in die 3. Liga und im Sommer 2018 in die 2. Bundesliga auf. „Es ist und bleibt unser oberstes Ziel, auch in der Saison 2019/20 als Verein in der 2. Bundesliga zu spielen“, betont Kallnik. Dieses Ziel sei aufgrund der sportlichen Bilanz stark gefährdet.

Michael Oenning legt los

● 23. November 2018: Zwei Tage nach der Härtel-Entlassung stellt der FCM den neuen Trainer vor: Michael Oenning. Den 53-Jährigen, früher in Nürnberg und beim Hamburger SV, hat kaum jemand auf dem Schirm. Bis Sommer 2018 hat er den ungarischen Verein Vasas Budapest trainiert.

Oenning erhält beim FCM einen Vertrag bis Saisonende. „Dass wir 2. Liga spielen dürfen als 1. FC Magdeburg, das sind eigentlich Feiertage. Die kommen nicht von selbst, die hat man sich erarbeitet“, betont er. Aber: „Diese Feiertage muss man auch leben. Wir dürfen nicht daran denken, was schiefgehen könnte. Natürlich müssen wir gewinnen und wir werden auch gewinnen. Wir müssen alle wieder nach vorne denken.“ Im ersten Spiel unter Oenning am 23. November 2018 in Fürth präsentiert sich die Mannschaft wie ausgewechselt. Der FCM spielt mutig, das Passspiel ist verbessert, der Grundgedanke offensiv. Nur das Ergebnis bleibt wie zuvor negativ: Durch zwei späte Gegentreffer unterliegt der Club mit 2:3.

Die Winter-Euphorie

● Januar 2019: In der Winterpause, der ersten Vorbereitung unter Michael Oenning, schafft es der FCM, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen. Mit den Neuzugängen Giorgi Loria, Steven Lewerenz, Timo Perthel und allen voran dem erstligaerfahrenen Jan Kirchhoff wird die Qualität im Kader deutlich erhöht. Zudem gewinnt der Club in der Vorbereitung zahlreiche Testspiele, unter anderem gegen Borussia Mönchengladbach.

Auch der Start in die restliche Rückrunde ist vielversprechend. Dem ersten Heimsieg der Saison, ein 1:0 gegen Aue, folgen ein 1:0 in Ingolstadt und insgesamt fünf Partien in Folge ohne Niederlage. Nach dem 3:1 in Bielefeld ist der Club sogar das beste Zweitligateam im Jahr 2019. „Die Magdeburger DNA, Kampf und Leidenschaft, ist uns nicht verloren gegangen. Unser Plus ist jetzt noch die spielerische Qualität“, lobt Philip Türpitz.

Der Genickbruch

● März 2019: Die große Ernüchterung folgt am 1. März, dem 24. Spieltag. Der FCM verliert durch einen späten Gegentreffer mit 0:1 in Duisburg. Mit einem Sieg hätte der Club den Vorsprung auf den MSV auf acht Punkte ausbauen können. So ist der MSV wieder im Rennen. Zudem zieht sich Stürmer Christian Beck einen Jochbein- und Augenhöhlenbruch zu und fällt lange aus.

Eine Woche danach folgt ein weiterer Rückschlag beim 0:1 im Heimspiel gegen Sandhausen. Der FCM hätte auch diesen Gegner auf acht Punkte distanzieren können. So startet Sandhausen, zuvor abgeschlagener Letzter, eine Serie, die der Mannschaft am Ende den Klassenerhalt bringt – weit vor dem Club. Auch das 0:0 gegen Heidenheim am 29. März, als Felix Lohkemper kurz vor dem Abpfiff einen Elfmeter verschießt, ist ein Knackpunktspiel.

Der vorletzte Akt

● 4. Mai 2019: Nach dem 2:4 in Bochum am 4. Mai stehen viele FCM-Spieler mit Tränen in den Augen auf dem Rasen. Es ist der gefühlte Abstieg. Da Ingolstadt 3:0 beim Hamburger SV gewinnt, stürzt der Club auf einen direkten Abstiegsplatz – und erholt sich davon nicht mehr. Die Pleite bei Union Berlin besiegelt den Abstieg.

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