Magdeburg (vs) l Der 1. FC Magdeburg macht der Dortmunder Bundespolizei schwere Vorwürfe wegen eines Großeinsatzes am Bochumer Hauptbahnhof während des dortigen FCM-Auswärtsspiels. Wie der Verein am Sonntag mitteilt, sei der Polizeieinsatz überzogen, ungeeignet und vor allem dem ohnehin belasteten Verhältnis zwischen Fußballfans und Polizei nicht dienlich gewesen.

Laut Bundespolizei sollen kurz vor dem dem Eintreffen am Bochumer Hauptbahnhof aus dem Zug pyrotechnische Erzeugnisse gezündet worden sein. Für die Beamten der Anlass, den Sonderzug mit 700 FCM-Fans am Hauptbahnhof zu kontrollieren. Die Kontrolle zog sich jedoch über mehrere Stunden hin, sodass die Fans erst 25 Minuten vor Spielende im Bochumer Stadion eintrafen. Das sorgte auch bei der Fanhilfe für Unmut, die sich noch am selben Tag öffentlich dazu äußerte.

Der 1. FC Magdeburg sieht laut Mitteilung zwar ein, dass das Zünden von Pyrotechnik aus einem fahrenden Zug heraus geahndet werden muss, kritisiert aber die Entscheidung, "sämtliche Insassen des Zuges mehrere Stunden auf einem beengten Bahnsteig – ohne die Möglichkeit einer Ver- und Entsorgung – festzuhalten". Das mutmaßliche Fehlverhalten einer einzelner Personen sei zum Anlass genommen worden, eine überzogene Durchsuchung von 700 Fans in einer räumlich und emotional kritischen Lage durchzuführen, so der Verein.

Des Weiteren kritisiert der FCM auch die Durchführung der Kontrollen durch die Bundespolizei, die nicht dazu geeignet gewesen wäre, möglicherweise mitgeführte Pyrotechnik zu entdecken. Der 1. FC Magdeburg wirft den Dortmunder Beamten auch unzureichende Kommunikation mit den Fans vor.

Der 1. FC Magdeburg beobachte mit Sorge derlei Vorgänge, wie sie sich in Bochum zugetragen haben. "Ein vollkommen überdimensionierter Polizeieinsatz, mit enormen Aufwendungen an personellen und materiellen Ressourcen, wird nicht zu einer Entspannung des Verhältnisses zwischen Polizei und Fußballfans beitragen."

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