Magdeburg/Berlin l Stefan Krämer hatte am Mittwochabend keine große Lust auf Diplomatie. Innerlich brodelte es im Trainer des 1. FC Magdeburg. Zu schwach hatte sich sein Team im Test beim Regionalligisten BFC Dynamo (1:0) präsentiert. Besonders in der zweiten Halbzeit. „Ich fand schon die erste Halbzeit nur in Phasen in Ordnung“, sagte er. „Mit der zweiten Halbzeit war ich aber von Beginn an unzufrieden.“

Die Liste der Mängel ist lang: Während die Berliner, die viele Testspieler in ihren Reihen hatten, mutig nach vorne spielten, hatte der FCM große Probleme. Ein gezielter Spielaufbau war viel zu selten zu sehen, vielmehr wurde der Ball langsam durch die eigenen Reihen geschoben. „Der Gegner war griffiger. Wir haben uns in den Zweikämpfen nicht gut verhalten, haben den Gegner nicht gut angelaufen. Außerdem haben wir zu viele Fehler gemacht und sind dadurch leicht ausgekontert worden“, kritisierte Krämer.

Eine Sache ärgerte den Coach dabei besonders. „Es war viel zu leise auf dem Platz. Ich hatte den Eindruck, das jeder nur mit sich beschäftigt war.“

Besonders von seinen erfahrenen Spielern, die wie Jürgen Gjasula und Timo Perthel erst in der zweiten Hälfte auf den Rasen kamen, hätte er sich mehr Impulse gewünscht. „Mir waren zu wenig Führungsspieler auf dem Platz, obwohl wir einige Jungs auf dem Rasen hatten, die diese Rolle einnehmen sollen. Darüber werden wir noch reden“, sagte der Trainer. „Fakt ist, dass wir in der 3. Liga drei bis fünf Spieler auf dem Platz brauchen, die auch dann vorangehen, wenn es bei der Mannschaft oder bei ihnen selbst nicht läuft. Das war mir in diesem Test zu dünn.“

In seiner Kritik nannte Krämer zwar keine Namen. Doch er hatte zuletzt immer hervorgehoben, dass neben Gjasula und Perthel auch Tobias Müller, Rico Preißinger und Christian Beck zu seinen Führungsspielern gehören.

Beck überzeugt mit Tor und Chancen

Beck allerdings konnte am Mittwoch von dieser Kritik ausgenommen werden – er erarbeitete sich einige Chancen, köpfte das entscheidende Tor und bemühte sich über 90 Minuten um eine lautstarke Kommunikation. Und der Torjäger stellte sich nach dem Test, fand ebenfalls klare Worte. „Das war nicht gut, das wissen wir alle. In der zweiten Halbzeit war nicht mehr viel los, die Frische fehlte“, sagte er. „Wir müssen jetzt im letzten Test gegen Rotherham noch mal eine gute Leistung zeigen, um mit einem besseren Gefühl ins Braunschweig-Spiel gehen zu können.“

Bleibt die Frage, inwieweit auch der Trainer seinen Anteil am schwachen Auftritt hatte. Stefan Krämer überraschte im vorletzten Test nämlich mit einer enormen Rotation. Er wechselte acht Mal, brachte einige Spieler, die nicht als Stammspieler eingeplant sind. Dadurch verpasste der Coach die Möglichkeit, dass sich die neu zusammengestellte Mannschaft noch besser einspielt.

Geplante Stammelf spielt im letzten Test

Das soll erst am Sonntag (14 Uhr) in Schöningen passieren – in der Drittliga-Generalprobe gegen den englischen Zweitliga-Absteiger Rotherham United. „Dann wird ein Großteil der Mannschaft spielen, die auch am 20. Juli zu Hause gegen Braunschweig aufläuft“, kündigte Krämer an. Und: „Dann will ich auf jeden Fall eine bessere Leistung als gegen den BFC Dynamo sehen.“

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