Magdeburg l Mario Kallnik beobachtete aufmerksam das Teamtraining des 1. FC Magdeburg. Einen besonderen Blick hatte der Geschäftsführer und Sportchef des Drittligisten dabei auf Alexander Bittroff. Und sammelte noch ein paar abschließende positive Eindrücke. Wenig später traf er sich mit dem Probespieler in seinem Büro, und der Vertrag bis Juni 2021 wurde unterzeichnet. Die Kaderplanung beim FCM ist damit abgeschlossen.

Mit dem vereinslosen 32-Jährigen bekommt der FCM einen sehr erfahrenen Defensivspieler, der angesichts des Fehlstarts – mit nur einem Punkt aus drei Spielen stehen die Blau-Weißen am Tabellenende – und der angespannten Verletztensituation eine sofortige Hilfe sein soll. Wobei Bittroff selbst sagt: „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber das ist normal ohne Wettkampfpraxis. Ich versuche das aber schnell aufzuarbeiten.“

Individuell fit gehalten

Bevor er seit Dienstag beim FCM vorspielte, hielt sich der im südbrandenburgischen Lauchhammer in der DDR geborene Rechtsfuß so gut es ging in Eigenregie fit. „Ich bin gelaufen, habe viel Krafttraining gemacht, auch bei Vereinen mittrainiert. Teilweise kam ich auf sieben oder acht Einheiten in der Woche“, sagt er.

Das regelmäßige Mannschaftstraining fehlt ihm aber seit dem Sommer. Denn sein Vertrag beim KFC Uerdingen wurde nicht verlängert – auch für Bittroff „überraschend und unverständlich“, wie er damals auf Instagram schrieb. Immerhin blickte er auf erfolgreiche drei Jahre mit den Krefeldern zurück, mit denen er 2018 in die 3. Liga aufgestiegen war.

Zuvor spielte Bittroff beim Chemnitzer FC schon in der dritthöchsten Spielklasse (insgesamt 84 Drittliga-Spiele) und kam für den FSV Frankfurt und vor allem für Energie Cottbus in sechs Jahren (2008 bis 2014) außerdem auf 167 Zweitliga-Einsätze.

"Ich laufe, bis mir die Galle hochkommt"

Aus dieser Zeit hat Bittroff auch Berührungspunkte zum aktuellen FCM-Trainingsstab. Er kennt Thomas Hoßmang aus Cottbus, hat mit seinem Sohn Martin und Co-Trainer Silvio Bankert bei den Energie-Amateuren sogar schon zusammengespielt. Von seinen neuen Mitspielern kennt er noch keinen persönlich, betont aber dennoch: „Ich habe einen positiven Eindruck und wurde gut aufgenommen. Das Umfeld ist sehr professionell.“

Nun will er der Mannschaft in den kommenden Wochen auch weiterhelfen. „Ich bin für die defensive Stabilität geholt worden“, weiß er. Und hält auch mit seinen Stärken nicht hinter dem Berg: „Zweikämpfe, Mentalität und Leidenschaft“ führt er als solche auf. „Was hier im Verein gefragt wird, spiegele ich gut wider. Ich laufe, bis mir die Galle hochkommt.“ Neben seiner geballten Erfahrung spricht auch die Flexibilität für den Defensiv-Allrounder, der selbst angibt, dass er sowohl rechts als auch links hinten sowie auch im Zentrum spielen kann.

Ob er schon für das wichtige Auswärtsspiel in Dresden (Sonnabend 14 Uhr) eine Option ist? „Das werden wir gemeinsam besprechen und schauen, wie ich mich nach der ersten Woche fühle.“ Helfen würde er dem FCM in einer schwierigen Lage mit Sicherheit.