Magdeburg l Brian Koglin war vorbereitet. Schließlich konnte sich der Innenverteidiger des 1. FC Magdeburg wochenlang darauf einstellen, dass er den Saisonauftakt seines neuen Vereins wegen einer Sperre verpassen wird. Grund dafür war eine Gelb-Rote Karte, die Koglin im letzten Saisonspiel für den FC St. Pauli beim 1:2 in Fürth kassiert hatte. „Es war natürlich bitter, zum FCM zu kommen und dann zu Beginn gleich gesperrt auszufallen“, sagt der 22-Jährige.

Was Koglin dann beim 2:4 des FCM im Heimspiel gegen Braunschweig sah, gefiel ihm überhaupt nicht: Gerade die Innenverteidiger Tobias Müller und Björn Rother hatten keinen guten Tag – Müller unterlief ein folgenschwerer Fehlpass, Rother musste kurz vor Schluss nach einem Foul mit Rot vom Platz. Insgesamt war der Club in der Rückwärtsbewegung sehr anfällig. „Ich habe mitgelitten. Das wünscht man keinem Mitspieler“, sagt er.

Doch das Leid der Anderen wird möglicherweise zu Koglins großer Chance: Bereits am Sonntag (14 Uhr) beim FSV Zwickau könnte er im Mittelpunkt stehen, könnte sein Debüt im FCM-Trikot feiern. Da Dustin Bomheuer noch ausfällt und Rother für drei Partien gesperrt wurde, ist die FCM-Innenverteidigung nämlich momentan eine Baustelle. Neben Philipp Harant sind mit Koglin und Tobias Müller nur noch drei Innenverteidiger im Kader.

Und Koglin hat gute Chancen, den Platz neben Müller zu bekommen. „Ich werde im Training Vollgas geben. Das mache ich aber sowieso immer – ob ich gesperrt war oder nur auf der Bank saß.“

Defensivduo?

Auch FCM-Trainer Stefan Krämer kann sich das Defensivduo Müller und Koglin durchaus vorstellen: „Mit seinem Zweikampfverhalten und seinem Kopfballspiel bin ich zufrieden. Man merkt, dass er beim FC St. Pauli bei den Profis mittrainiert hat. Ich hätte keine Sorge, ihn aufzustellen.“ Er sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial: „Brian muss lauter werden, mehr sprechen. Auf der letzten Linie brauche ich Jungs, die ihre Vorderleute coachen.“

Koglin ist nicht überrascht von der Kritik des Trainers. Im Gegenteil: „Zum Lautsprecher werde ich wahrscheinlich nicht sofort werden. Ich weiß aber, dass ich noch mehr mit meinen Mitspielern reden muss, ohne sie direkt zusammenzubrüllen.“

Lautstärke war übrigens schon in der Vorbereitung oft ein Thema. FCM-Sportchef Maik Franz monierte immer wieder, dass es auf dem Platz zu leise war. Einer, der in Magdeburg zwei Jahre lang richtig laut war, ist Dennis Erdmann. Und klar ist: Erdmann hat nach seinem Abgang zu 1860 München eine große Lücke hinterlassen – in der Innenverteidigung und als Führungsspieler, der seine Mitspieler permanent antreibt.

Auch wenn die Personallage in der Defensive angespannt ist, hält sich der Club beim Thema Neuverpflichtungen zurück – zumindest noch. „Erst mal brauchen wir eine belastbare Diagnose, wie es mit Dustins Knieverletzung weitergeht“, sagt Krämer. Heißt aber wohl auch, dass der FCM über eine personelle Nachbesserung nachdenkt, sollte Bomheuer länger ausfallen.

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