Magdeburg l Anthony Roczen fällt auf. Das liegt an seiner Körpergröße – schließlich überragt der Neuzugang des 1. FC Magdeburg mit 1,93 Meter die meisten seiner Mitspieler. Und das liegt an seinem linken Arm. Den hat sich Roczen nämlich vor rund sechs Monaten fast komplett tätowieren lassen.

Tattoos auf dem linken Arm

Vor allem ein Spruch am Oberarm sticht hervor: „Live. Love. Laugh.“ – „Lebe. Liebe. Lache.“ Diese drei Wörter haben es Anthony Roczen angetan: „Das ist mein Motto – und das Tattoo erinnert mich ständig daran.“ Eine dominante Rolle nimmt auch ein großer Löwe ein, der direkt neben einer Taube platziert ist. „Mein Sternzeichen ist Löwe“, erklärt der 19-Jährige. Die Taube wiederum steht für Frieden. „Deshalb ist es ein schönes Symbol.“

Nicht nur optisch auffallen

Anthony Roczen möchte beim FCM aber natürlich nicht nur optisch, sondern auch sportlich auffallen. Am liebsten schon am Sonntag (14 Uhr) im Ostderby beim FSV Zwickau. In der Vorbereitung deutete der Mittelstürmer, der in Magdeburg einen Vertrag bis Sommer 2022 unterschrieb, bereits seine Qualitäten an. Roczen verfügt über einen ausgesprochenen Torriecher, den er mit zwei Treffern beim 3:0 gegen den Oberligisten TSG Neustrelitz unter Beweis stellte.

Parallelen zu Kapitän Christian Beck drängen sich auf – und sind auch nicht zufällig. „Wie Christian spiele ich am liebsten auf der Mittelstürmer-Position. Mir ist allerdings auch bewusst, dass er in Magdeburg eine große Bedeutung hat“, sagt Roczen. „Aber ich bin natürlich trotzdem hier hergekommen, um viele Spiele zu machen. Sicherlich hat Christian einen Namen. Ich will mir aber Schritt für Schritt auch etwas erarbeiten. Wenn meine Chance kommt, will ich sie nutzen.“

Das Selbstvertrauen des Stürmers kommt nicht von ungefähr. Seine Vita ist beachtlich, in der vergangenen Regionalliga-Rückrunde erzielte er für die U-23-Mannschaft von Hertha BSC elf Tore. Im Sommer waren deshalb zahlreiche Vereine an einer Verpflichtung interessiert. Roczen aber entschied sich für den FCM. „Für mich ist es der perfekte Schritt, um im Profifußball einzutauchen.“

Ausgebildet bei Hertha BSC

Bei Hertha BSC durchlief er zuvor auch sämtliche Nachwuchsmannschaften, mit Ausnahme eines sechsmonatigen Abstechers zum 1. FC Union. Jetzt aber war die Zeit gekommen, das sichere Nest der Heimatstadt zu verlassen. „Ich wollte endlich in einer richtigen Profimannschaft spielen.“

Ein Muskelfaserriss war in der Vorbereitung zwar ein kleiner Rückschlag – doch Roczen meldete sich bereits nach etwas mehr als einer Woche zurück. Nun kann er möglicherweise schon in Zwickau seinen ersten Profieinsatz feiern. „Ich bin bereit, die Wade fühlt sich gut an. Wenn ich dabei wäre, würde ich mich sehr freuen.“

FCM-Trainer Stefan Krämer zeigt sich vor allem vom Eifer Roczens beeindruckt. „Anthony hatte in den ersten zwei Wochen noch Anpassungsprobleme, da er aus einem U-23-Team kam. Nach der Verletzung war er aber sehr fleißig, hat gute Ansätze gezeigt. Er hat sich toll entwickelt.“ So toll, dass ein Kaderplatz durchaus realistisch ist. „Ich kann mir gut vorstellen, ihn nach Zwickau mitzunehmen“, sagt Krämer.

Für Anthony Roczen wäre es die erste Chance, auf der Drittliga-Bühne aufzufallen. Und vielleicht werden sich die neuen Erfahrungen ja dann auch irgendwann in Tätowierungen widerspiegeln. Im Moment, sagt Roczen, sind keine weiteren Tattoos geplant. Aus gutem Grund: „Als Sportler ist es nicht so einfach, den richtigen Zeitpunkt für Tattoos abzupassen, weil sie sich entzünden können. Ich verzichte deshalb jetzt erst mal auf weitere Motive.“

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