Magdeburg (dpa) l Die heimschwächste Mannschaft im deutschen Profi-Fußball muss gleich zum Auftakt der 2. Fußball-Bundesliga ihren Fluch besiegen. Es ist schon so etwas wie das erste Endspiel im Kampf gegen den drohenden Abstieg nach nur einer Saison. Es ist auf jeden Fall ein Ostderby, wenn der Aufsteiger und Liga-Neuling 1. FC Magdeburg am Dienstag (20.30 Uhr/Sky) den FC Erzgebirge Aue empfängt. "Es wird viel Kampf geben und vielleicht wird die Tagesform entscheiden", prophezeite Magdeburgs Offensivspieler Marius Bülter. Mit "Hurra-Fußball" rechnet er nicht.

Denn im FCE reist eine Mannschaft an, die den Kampf um den Ligaverbleib gewohnt ist, schon doppelt so viele Punkte wie die Magdeburger vor dem Start in die zweite Saisonhälfte holte und auf alles gefasst ist. "Magdeburg wird ein brutal heißer Tanz", sagte Aues Trainer Daniel Meyer. "Sie werden uns auf den Rängen und auf dem Platz versuchen zu beeindrucken." Aber, und das fügte Meyer noch hinzu: "Ich habe keine Nervosität bei meinen Jungs festgestellt". Mit nur sieben Punkten aus bisher neun Auswärtsspielen ist die Auer Bilanz auf fremden Plätzen allerdings auch kein echtes Beruhigungsmittel.

Angespannt dürften sie letztlich alle sein. Die Magdeburger allerdings besonders. Von den 56 Profi-Mannschaften im deutschen Fußball bis zur 3. Liga gibt es nur ein Team, dass in dieser Saison daheim noch nicht gewonnen hat: Der FCM – sechs Unentschieden, drei Niederlagen.

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Hoffnung liegt auf Neuzugängen

Die Hoffnungen ruhen nun auch auf Neuzugang Jan Kirchhoff mit der Erfahrung des 28-Jährigen aus der ersten Liga. Dazu kommen Timo Perthel (29 Jahre), Steven Lewerenz (27) und Torwart Giorgi Loria (33), georgischer Nationalkeeper, der zunächst noch die Nummer 2 bleiben soll. In der entscheidenden Phase soll Routine helfen.

Mut machte in Magdeburg die Vorbereitung mit vier Siegen in fünf Testspielen trotz teils namhafter Gegner, darunter Borussia Mönchengladbach (2:1 für Magdeburg). "In erster Linie sollte man Testspiele nicht überbewerten", betonte der Sportliche Leiter Maik Franz: Die guten Resultate seien aber für die Grundstimmung sehr positiv.

Soll die nicht gleich ins Gegenteil umschlagen, muss Magdeburg eine erfolgreiche Woche hinlegen. Schon am Freitag geht es für den Tabellen-18. zum derzeitigen Tabellen-17., FC Ingolstadt. "Der Rhythmus ist unglücklich, wir reisen Donnerstag gleich nach Ingolstadt", meinte Oenning.

Meyer tüftelt an Spielsystemen

Aue nutzte die Winterzeit auch recht gut. Meyer tüftelte an verschiedenen Spielsystemen, um in der Rückrunde noch flexibler zu sein. In den Testspielen gegen den Halleschen FC (1:0), Hansa Rostock (1:0), den FC Sion (2:1), Carl Zeiss Jena (4:2) und Union Fürstenwalde (2:0) kassierte der FCE nur drei Gegentore.

Personell verstärkte sich Aue mit Rückkehrer Louis Samson sowie Ole Käuper, der bis 2020 vom Bundesligisten SV Werder Bremen ausgeliehen ist, im defensiven Mittelfeld. Neben Tiffert steht aber auch Nicolai Rapp nach seinem Wechsel zum 1. FC Union Berlin gar nicht mehr zur Verfügung, Steve Breitkreuz wegen einer Verletzung noch mindestens drei Wochen nicht. Meyer bleibt aber cool. "Wir sind mental sehr gut vorbereitet. Es macht Spaß, aus unserer Situation heraus Fußball zu spielen. Der Druck liegt komplett beim FCM."

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