Magdeburg l Die hohe Intensität im Training ist beim 1. FC Magdeburg in diesen Tagen greifbar. Die Spieler grätschen, kämpfen und teilen auch verbal aus. So sollen die Grundlagen für das Heimspiel am Sonnabend gegen Chemnitz gelegt werden. Die Volksstimme beantwortet vor dem Kellerduell die wichtigsten Fragen:

Wie hat die Mannschaft den schlechten Start ins Jahr 2020 verarbeitet?

Am Montag saß die Mannschaft mit dem Trainerteam und Sportchef Maik Franz rund zwei Stunden zusammen. Zunächst wurde die Niederlage gegen Meppen (0:2) analysiert, gute und schlechte Szenen des Spiels gezeigt. Danach sprachen Spieler und Verantwortliche bestimmte Probleme an. Ein Thema dürften die negative Körpersprache sowie die zu schnellen Einbrüche nach Gegentreffern gewesen sein. Auch ging es darum, wie das Team die Zuschauer wieder auf seine Seite ziehen kann. „Wir müssen auch mal einen harten Zweikampf führen, um ein Zeichen zu setzen“, fordert FCM-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Dass das Publikum auf Einsatz und Leidenschaft positiv reagiert, war auch gegen Meppen zu sehen, als Sören Bertram bis an den eigenen Strafraum zurücksprintete, um einen Ball zu gewinnen. Diese Szene wurde direkt mit Applaus bedacht. Klar ist: Gegen Chemnitz zählen Taten statt Worte.

Worauf hat Coach Claus-Dieter Wollitz in den vergangenen Tagen Wert gelegt?

Für den Coach steht gerade jetzt im Vordergrund, dass sich die Mannschaft als echte Einheit präsentiert. „Wir müssen gemeinsam Lust auf Siege entwickeln“, sagt er. Und: „Jeder Spieler sollte die Partie gegen Chemnitz als Chance begreifen, dass der eingeleitete Entwicklungsprozess weiter vorangetrieben werden kann.“ Wollitz haderte zuletzt damit, dass seine Mannschaft sich ängstlich und mutlos präsentierte, dass die Körperspannung nicht stimmte. „Wir brauchen vor dem gegnerischen Tor noch viel mehr Entschlossenheit“, betont Wollitz.

Wie lief es im Training?

Wollitz quälte seine Mannschaft am Montag und Dienstag. Trotz des Sturmtiefs „Sabine“ mussten die Spieler am Montagnachmittag noch mal raus zu einem Lauf. Bei starkem Wind und Dauerregen schleppte sich das Team in Richtung Herrenkrugpark. Am Dienstag stand am Vormittag Zweikampftraining auf dem Programm, am Nachmittag war die Intensität bei Fünf-gegen-Fünf-Duellen sehr hoch. Zum Abschluss mussten die Spieler zudem erneut Läufe absolvieren. Diese hohe Belastung ist von Wollitz genau so gewollt: „Ich lege Wert darauf, dass die Mannschaft an ein bis zwei Trainingstagen pro Woche über den Punkt hinausgeht.“ Diese Herangehensweise ergibt Sinn: Nur dann, wenn sich die Spieler im Training an hohe Belastungen gewöhnen, können sie auch im Punktspiel über 90 Minuten Druck machen, auch in der Schlussphase noch mal nachlegen. Ein weiteres Zeichen: Der Coach gibt in dieser Woche keinen freien Tag.

Welche Spieler sind aufgefallen?

Daniel Steininger machte am Dienstag einen guten Eindruck. Der Winter-Neuzugang schoss zahlreiche Tore und erkämpfte sich viele Bälle. Eine Rückkehr am Sonnabend in den Kader ist deshalb wahrscheinlich, für die Startelf dürfte es aber noch nicht reichen. Weniger präsent zeigte sich hingegen Anthony Roczen, der zwar in einigen Szenen seine Stärken wie Torabschluss aufblitzen ließ, aber insgesamt immer noch zu unauffällig war. Auch Spielmacher Mario Kvesic hinterließ einen durchwachsenen Eindruck.

Wie gehen die Spieler mit dem Druck vor dem Chemnitz-Spiel um?

Es gibt keinen Zweifel, für den FCM zählt am Sonnabend nur ein Sieg. Das betont auch Kapitän Christian Beck: „Wir sind uns der Situation bewusst, wollen mit viel Leidenschaft sowie Einsatz überzeugen – und gewinnen.“ Der Druck, der momentan vorherrscht, ist allen Beteiligten anzumerken. Entsprechend aufgeheizt ist teilweise die Stimmung im Training. Wollitz findet das aber gar nicht schlecht. Denn: „Das zeigt, dass die Mannschaft lebt.“ Es gelte jetzt, die zu Hause verloren gegangene Wucht wieder zu zeigen – und drei Punkte zu holen.

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