Magdeburg l Wenn FCM-Sportchef Otmar Schork in diesen Tagen mit möglichen Trainerkandidaten verhandelt, muss er ziemlich überzeugend sein. Oder einen Trainer finden, der große Herausforderungen liebt. Denn nach dem Rücktritt von Thomas Hoßmang gilt es für einen neuen Trainer, nicht weniger als 25 Punkte in den verbleibenden 16 Spielen zu holen. Damit wäre die 46-Punkte-Marke erreicht, was rein rechnerisch den Klassenerhalt bedeuten würde.

Es bedarf mehr als nur eines Coaches, der die 3. Liga oder den Sportchef kennt. Es ist ein authentischer Trainer gefragt, der sagt, wo es langgeht und der von den Spielern sofort respektiert wird. Zudem kann sich der FCM in der wirtschaftlich schwierigen Lage durch die Corona-Pandemie auch finanziell nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Doch wer kann diese schwierige Rettungsmission anführen? Ein Überblick möglicher Kandidaten.

Petrik Sander

Als interne Lösung liegt die „Beförderung“ von Petrik Sander durchaus nahe. Zumal der U-19-Trainer auch sofort loslegen könnte, weil der Spielbetrieb in der A-Junioren-Bundesliga unterbrochen ist. Doch würde Sander neue Blickwinkel bringen? Er ist der Kumpel des Ex-Trainers und mittlerweile auch schon seit Juli 2020 im Verein. Ein neuer Impuls von außen wäre Sander demnach eher nicht.

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Zumal die Gefahr besteht, dass nach Hoßmang der nächste Mann aus dem Nachwuchsbereich scheitern könnte. In der U 19 hat der 60-Jährige bislang gute Arbeit geleistet, wenngleich auch nur vier Spiele absolviert wurden. Doch seine Erfahrungen im Profibereich – vom Bundesliga-Aufstieg mit Energie Cottbus 2006 bis zu den Stationen in Aalen und Koblenz – liegen inzwischen mehrere Jahre zurück.

Torsten Lieberknecht

Deutlich besser kennt da schon Torsten Lieberknecht die 3. Liga. Bis November 2020 war er Trainer in Duisburg, davor zehn Jahre bei Eintracht Braunschweig aktiv. Womit er aufgrund der Fanfreundschaft zum BTSV bei den Club-Anhängern sicher gut ankommen würde. Auch die nötige Emotionalität bringt der 47-Jährige mit.

Doch klar ist auch: Bislang hat Lieberknecht noch nicht unter Beweis gestellt, dass er Abstiegskampf kann. Er ist kein klassischer Retter. Mit viel Zeit im Gepäck wäre er sicher eine gute Option, um Vereinen langfristig zu Erfolgen zu verhelfen. Mit der Eintracht gelang ihm ja sogar der Weg von der 3. Liga bis in die Bundesliga. Doch Zeit hat der FCM aktuell wahrlich nicht.

Oliver Zapel

Mehr Erfahrung im Abstiegskampf der 3. Liga bringt Oliver Zapel mit. Wenngleich seine Bilanz allein nicht für ihn spricht. Während seiner kurzen Engagements bei Fortuna Köln und Werder Bremen II konnte der 53-Jährige den Abstieg nicht verhindern. Bei der SG Sonnenhof Großaspach war er zweimal aktiv und auch nur beim ersten Mal erfolgreich.

Dennoch könnte er mit seiner Art gut nach Magdeburg passen. Zapel ist selbstkritisch und arbeitet analytisch sowie akribisch. Dem Vernehmen nach ist er seit seiner Entlassung im Dezember 2019 in Großaspach jede Woche in einem anderen Drittliga-Stadion zu Gast. Auch in der MDCC-Arena war der in der Nähe von Hamburg lebende Familienvater schon mehrfach.

Torsten Ziegner

Eine heiße Spur führt sicher auch zu Torsten Ziegner. Zum einen will ein Fan den 43-Jährigen am Mittwoch am Domplatz gesehen haben, wie er auf Twitter mitteilte. Zum anderen sagte der Ex-Coach des Halleschen FC erst am Wochenende in der „Bild“: „Bei Magdeburg denke ich patriotisch und hoffe, dass sie die Klasse halten.“ Weiterhin gab Ziegner an, dass er „so schnell wie möglich“ wieder ein Team trainieren will.

Dass er Abstiegskampf kann, stellte er schon beim FSV Zwickau unter Beweis. Er kennt den Ostfußball und arbeitete insgesamt sehr erfolgreich in der 3. Liga mit einem Schnitt von 1,41 Punkten in 136 Spielen. Beim FCM müsste Ziegner in den verbleibenden 16 Spielen auf einen Schnitt von 1,56 kommen, um die 46 Zähler zu erreichen.

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