Halberstadt l Vorweihnachtszeit ohne ein weihnachtliches Oratorium? In Halberstadt undenkbar. Dennoch unterscheidet sich in diesem Jahr das Weihnachtskonzert am zweiten Adventssonntag von traditionellen Aufführungsmustern. „Die Zuhörer können das Weihnachtsoratorium im neuen Licht erleben“, sagt Claus-Erhard Heinrich. Damit bezieht sich der Domkantor sowohl auf die inhaltliche Gestaltung des Konzertes als auch auf die Mitwirkenden.

Für das diesjährige Weihnachtliche Oratorium hat Claus-Erhard Heinrich erneut auf eine „Verbindung von Vertrautem und Ungewohnten“ gesetzt. Den Zuhörer erwartet ein interessantes Klangerlebnis von opulenter barocker Musik und a Capella Gesang von berückender Zartheit. Eine Kombination, von dem sich Claus-Erhard Heinrich sicher ist, das diese das Gefallen der Zuhörer finden wird.

Außer den Kantaten I und III des Weihnachtsoratoriums erklingt in Auszügen die „Weihnachtsgeschichte“ von Hugo Distler (1908 bis 1942). Beginnen wird das Konzert mit einer Uraufführung. Es erklingt eine musikalische Collage „Hommage an Distler“ von Claus-Erhard Heinrich. Sie fußt auf dem Kirchenlied „Es ist ein Ros entsprungen“ von Michael Praetorius, das die „Weihnachtsgeschichte“ in Variationen durchzieht. Daran schließt sich die Komposition von Distler, gefolgt von der 1. Kantate des Weihnachtsoratoriums, an. Im Anschluss wird im zweiten Teil des Konzertes die Hommage an Distler fortgesetzt, die zur „Weihnachtsgeschichte“ überleitet. Kantate III des Bachschen Meisterwerkes bildet den Abschluss des Konzertes.

Und noch etwas ist anders beim diesjährigen weihnachtlichen Oratorium. Erstmals und einmalig in diesem Rahmen ist neben der Kantorei ein eigens für das Konzert gegründeter Projektchor zu hören. Er trägt den Namen Praekomart und setzt sich aus dem Praetoriuschor und Mitgliedern der Chöre des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Halberstadt und des Martineums Halberstadt zusammen.

Bekannte und durch das Halberstädter Publikum geschätzte Sänger sind als Solisten zu hören: Luise Kramer (Sopran), Susanne Krumbiegel (Alt), Patrick Grahl (Tenor) und Dirk Schmidt (Bass). Es spielt das Sächsische Barockorchester auf historischen Instrumenten.