Arendsee l Hanka Neumann erinnert sich gern daran zurück, wie sie früher des Öfteren nach Arendsee kam, um ihre Großeltern zu besuchen. Heute kommt sie aus einem ganz anderen Grund– ihrer Kunst wegen. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder hier bin“, sagt die 48-Jährige, bevor sie freundlich ein älteres Ehepaar begrüßt, das sich an ihrem Stand umsieht. Dieser befindet sich auf dem Weihnachtsmarkt in Arendsee.

„Die sehen wirklich schön aus“, sagt die Frau zu ihrem Mann. Mit „die“ meint die Dame Zwerge, die eine Mütze tragen und denen augenscheinlich ein Schnurrbart gewachsen ist. Auf die Frage, aus welchem Material die Skulpturen seien, antwortet Hanka Neumann, dass sie alles aus Beton anfertige. Man merkt ihr förmlich an, dass sie sich freut, wenn Menschen sich für die Werke interessieren

Freude über jedes Gespräch

Zum Beispiel formt sie aus Beton kleine Blätter, in denen die Maserung deutlich zu erkennen ist und die feierlich geschmückt sind. Oder Halterungen, in die man Kerzen stellen kann, um einen Adventskranz zu basteln. Würde man nicht wissen, dass die Werke selbst hergestellt und entworfen wurden, man würde denken, dass Maschinen sie angefertigt hätten.

Das Ehepaar ist fasziniert. Kauft am Ende aber doch nichts. „Das ist zwar immer schade, aber nicht zu ändern. Ich freue mich dann trotzdem darüber, dass über die Skulpturen und ihre Herstellung sprechen konnte“, sagt die selbstbewusste Frau, die aus Wittenberge kommt. Auf die Frage, warum es nur ein Hobby sei, antwortet Neumann: „Weil ich damals nach meinem Schlaganfall begonnen habe kreativ zu werden, um die Feinmotorik im linken Arm wiederzuerlangen.“ Das ist mittlerweile zwei Jahre her. Den Schicksalsschlag habe sie mit den Formen der Beton-Skulpturen schnell verarbeiten können, wie sie selbst sagt.

Auch im kommenden Jahr möchte die 48-Jährige wieder nach Arendsee kommen. „Zum Herbstfest und zum Weihnachtsmarkt werde ich bestimmt wieder vor Ort sein“, freut sich Hanka Neumann