Die Euphorie vom Derbysieg war nur von kurzer Dauer: Vier Tage nach dem überraschenden 2:0 beim HFC verlor Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg gestern sein Heimspiel gegen Hannover 96 II mit 1:2 (0:2) und beendete damit den November, den die Verantwortlichen zum "Monat der Wahrheit" erklärt hatten, mit unbefriedigenden fünf Punkten (aus fünf Spielen).

Magdeburg. Eine knappe halbe Stunde passierte auf leicht gefrorenem Platz in der MDCC-Arena (die Rasenheizung war nicht in Betrieb) wenig. Dann scheiterte Wolf in aussichtsreicher Position an 96-Keeper Zieler (26.). Wie aus dem Nichts gingen die Niedersachsen wenig später in Front. Beil wurde nicht angegriffen, zog dann einfach ab und traf, wobei der Schuss nicht unhaltbar schien (30.). Nur vier Minuten später foulte Sumelka den 96er Ernst im Strafraum, und Fuchs verwandelte den fälligen Elfmeter zum 0:2.

Trainer Kaiser regte sich später mächtig auf: "Wir haben 20 Minuten in der ersten Hälfte komplett verpennt, waren da im Defensivverhalten unglaublich schwach. Solche taktischen Fehler wie beim 0:1, als keiner den Gegenspieler angreift, dürfen nicht passieren." Unterm Strich zeigte sich der Holländer "sehr enttäuscht von einigen Spielern und einer unnötigen Niederlage".

In der Tat hatte ein in dieser Phase konfuser FCM Glück, dass Hannover nicht frühzeitig den Sack zumachte. Besonders stark, wie Tischer reflexartig gegen den auffälligen Rama das 0:3 verhinderte (41.).

Nach dem Wechsel dann ein anderes Bild. Der Club zeigte sich endlich präsent, machte Druck und zwang so die keineswegs sattelfeste Abwehr der Gäste zu Fehlern. Auftrieb hatte zudem der frühe Anschlusstreffer durch den für den verletzten Instenberg (Muskelfaserriss?) eingewechselte Stiefel gegeben, der einen Müller-Einwurf volley aus kurzer Distanz ins gegnerische Tor hämmerte (50.).

In der Folgezeit waren die Platzherren dem 2:2 mehrfach nahe, hatte Becker viel Pech mit einem Klasse-Freistoß (knapp vorbei/75.), doch am Ende stand die vierte Heimniederlage zu Buche. Immerhin honorierten die Fans den engagierten Auftritt nach dem Seitenwechsel – es gab keinerlei Pfiffe.

Der Ex-Magdeburger Fuchs sprach hinterher aufgrund der weitaus klareren Chancen von einem "verdienten Sieg", vergaß aber auch den FCM nicht: "Auch wenn ich nur ein Jahr hier war, so hatte ich eine schöne Zeit hier, und es tut schon weh, wenn man sieht, wie weit die Mannschaft mit nur 18 Punkten abgesackt ist."

FCM-Kapitän Bauer meinte: "Ich bin total frustriert. Wir kassieren wie aus dem Nichts das 0:1 und brechen danach für den Rest der ersten Halbzeit total ein. Das kann einfach nicht wahr sein."

Manager Bartsch wirkte ebenfalls sehr nachdenklich: "Es ist unbestritten, dass wir im November zu wenig Punkte geholt haben. Mit einem Sieg gegen Hannover hätten wir uns jetzt Luft verschaffen können. Aber das zählt alles nicht. Fakt ist: Wir stecken zwar nicht mitten im Abstiegskampf, stehen aber in jedem Spiel mächtig unter Druck, weil der Vorsprung eben nur vier Punkte beträgt."

FCM: Tischer - Müller, Friebertshäuser, Sumelka, Köhne, Wijks, Becker, Bauer, Instenberg (23. Stiefel), Georgi, Wolf (74. Vorm)

Hannover: Zieler - Burmeister, Wendel, Avevor, Halstenberg, Bopp (83. Karow), Ernst, Merkens, Rama, Fuchs (88. Gökdemir), Beil

Schiedsrichter: Frömel (Ibbenbüren). Zuschauer: 2970. Tore: 0:1 Beil (30.), 0:2 Fuchs (Foulelfmeter/34.). 1:2 Stiefel (50.). Gelb: Sumelka / Fuchs, Bopp, Avevor