Erfurt (dpa/tmn) - Eine Reifenpanne kommt in aller Regel unverhofft. Sie kann aber auch gänzlich unbemerkt bleiben, wenn man auf Reifen fährt, die sich quasi selbst reparieren können. Bei ihnen besteht die Innenseite aus hochelastischen Polymeren.

Diese zähfließende Masse dichtet kleinere Durchstiche von bis zu 5 Millimeter gleich wieder ab, erläutert der Tüv Thüringen. Als Autofahrer bekommt den Reifenschaden im Zweifel gar nicht mit, und die Hersteller versprechen unveränderte Fahreigenschaften.

Ein Reifenwechsel ist also nicht erforderlich. Wer aber eingefahrene Fremdkörper feststellt, sollte diese natürlich nichtsdestotrotz von einem Reifenspezialisten aus der Lauffläche entfernen lassen, rät die Prüforganisation. Für sich selbst reparierende Reifen ist ein Reifendruckkontrollsystem grundsätzlich empfehlenswert.

Um einen anderen Typus handelt es sich bei Reifen mit Notlaufeigenschaften, den sogenannte Runflat-Reifen. Diese weisen verstärkte Reifenflanken auf, so dass eine Weiterfahrt selbst mit einem Plattfuß noch möglich ist - allerdings nur bis 80 Kilometer weit bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern, erklärt der Tüv Thüringen. Bis zur nächsten Werkstatt kommt man so allemal aus eigener Kraft. Bei Runflat-Reifen ist ein Reifendruckkontrollsystem sogar Pflicht.

Auch praktisch bei beiden Reifentypen: Auf ein Ersatzrad oder ein Reparaturset kann komplett verzichtet werden. Das spart Gewicht wie Platz und vergrößert den nutzbaren Kofferraum. Allerdings sind selbstreparierende und Runflat-Reifen natürlich teurer als konventionelle Pneus und nicht in allen Reifendimensionen und mit allen Profilen verfügbar, so die Experten. Das Marktangebot ziele tendenziell auf Oberklasse-Fahrzeuge.