Berlin (dpa) - Bibliotheken in deutschen Großstädten räumen digitalen Angeboten einen großen Stellenwert an. In kleineren Städten hinken die Bibliotheken laut einer neuen Studie beim Thema Digitalisierung dagegen oft eher hinterher.

Das zeigt eine Prognos-Erhebung im Auftrag des Rats für Kulturelle Bildung in Essen, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorlag.

Demnach ist das Engagement bei der Gestaltung des digitalen Wandels in der eigenen Bibliothek nach Angaben der Bibliotheksleitungen in Großstädten zu 61 Prozent sehr stark oder stark. In Kleinstädten sagen das nur 21 Prozent der Leitungen. Bei 58 Prozent ist dieses Engagement hier mittel, bei 15 Prozent gering.

Digitalisierung ist dabei für die Bibliotheken kein Selbstzweck. Für über 80 Prozent der Großstadtbibliotheken und rund 40 Prozent der Gemeindebibliotheken ist kulturelle Bildung zentral bei digitalen Angeboten - also etwa Leseförderung, Literaturvermittlung oder in Schreibwerkstätten.

Neben 90 Millionen physischen Medien wie Bücher verfügen die Bibliotheken laut dem Rat für Kulturelle Bildung über 72 Millionen virtuelle Medien. Zusätzlich werden zum Beispiel Workshops mit VR-Brillen, mit denen man in die virtuelle Realität eintauchen kann, oder 3D-Druckern angeboten.

75 Prozent der Bibliotheksleitungen gaben an, durch digitale Angebote kultureller Bildung ein jüngeres Publikum besser ansprechen zu können. Auch bei der Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas spielten solche Angebote eine wichtige Rolle.

Vor allem der ländliche Raum braucht nach Überzeugung des Rats mehr politische Unterstützung in dem Bereich. Der Rat für Kulturelle Bildung ist ein unabhängiges Beratungsgremium. Die Studie wurde von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert.

Rat für kulturelle Bildung