München (dpa) - Adolph Menzel (1815-1905) war ein kleiner Mann. Und doch zählte der Maler und Grafiker bereits zu Lebzeiten zu den Größten.

Aus Anlass seines 200. Geburtstages widmet ihm der C.H.Beck Verlag einen reich bebilderten Band, in dem Werner Busch, Professor für Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin, Leben und Werk des Künstlers nach neuen Aspekten erforscht. Beispielsweise spezifiziert Busch die allgemein übliche Einordnung Menzels als Maler des Realismus und versucht, dessen Schaffen der verschiedenen Perioden ohne starres Gerüst zu analysieren.

Wegen seiner Kleinwüchsigkeit (1,40 Meter) blieben Menzel viele Seiten des Lebens verschlossen. Doch was er sah, gab er mit schonungsloser Präzision wieder. So prägen Menzels Gemälde zu Friedrich dem Großen bis heute das Bild des Preußen-Königs. Insgesamt erschließt der Kunsthistoriker in diesem mit 167 meist farbigen Abbildungen illustrierten Band das Gesamtwerk des Künstlers, von dem allein mehr als 7000 Zeichnungen im Berliner Kupferstichkabinett aufbewahrt werden.

- Werner Busch: Adolph Menzel - Auf der Suche nach der Wirklichkeit, C.H.Beck Verlag München, 304 Seiten, 58,00 Euro, ISBN 978-3- 406-68090-8.